Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411944
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LEICHENRI 
DE DES 
VARCHI. 
als er es im Saale del Papa zeigte, dahin alle Leute, soviel in 
Florenz waren, mit unglaublichem Gedränge zusammenströniteii. 
Alle waren von der Kunst betroffen, ergriffen, erstaunt, und Alle 
von Verwunderung erfüllt etc." 
„Dies war jener Carton, welcher allen Denen, die ihn 
studirten  jetzt dies, jetzt ein Anderes nachahmend  das 
Zeichnen und Malen durch viele Jahre hindurch lehrte. Deren 
waren Unzählige, und zwar unter den Anderen (und von den 
Ausländern nicht zu reden, die aus verschiedenen Theilen der 
Welt kamen) Aristotele da San Gallo, Giuliano Bugiartlini, Fran- 
cesco Granacci, Francia Bigio, l' Indaco vecchio, zägnolo da 
Damiano, Lorenzo del Campanajo, Jacopo di Sandro, Ridolfo 
di Domenico Ghirlandajo, il Rosso, Maturino, Andrea del Sarto, 
Perino del Vaga, Jacopo da Puntormo, Niccolo, gen. il Tribolo, 
und Jacopo Sansovino, welcher allein Linter so vielen und so 
grossen Meistern nicht minder jetzt als Architekt wie als voll- 
endeter Bildhauer durch Gottes, Gnade noch heute lebt. Der 
Ruf von diesem wunderbarsten und auch Wundervollsten Carton, 
der durch verschiedene und sehr bedeutende Zufälle nicht zur 
Ausführung kam, verbreitete sich rasch über ganz Italien, wie 
auch noch nach vielen Jahren, als er in vielen Stücken war 
und ihn die Maler im Hause der Medici, wohin sie gebracht 
worden waren, abzeichneten. Es wurden viele Fragmente daraus 
gemacht und weggeschleppt, welche Dinge man in Florenz und 
an anderen Orten tiufbewahrt und werth hält, wie die Heilig- 
thümer und des Aufhebens würdige Sachen werth geschätzt zu 
werden pflegen und es auch sollen." 
„Dieser so oft belobte und nach Gebühr so oft empfohlene 
Carton war Ursache, dass Papst Julius IL, welcher das Andenken 
Papst Sixtus IV., seines Oheims, ehren wollte, so gut er es ver- 
mochte, und erhalten, so lange er könnte, wünschte, dass Michel 
Angelo, den er mit Hilfe des Giuliano da San Gallo aus Bologna 
hatte rufen lassen, unter allen Bedingungen das Gewölbe seiner 
Capelle im päpstlichen Palaste im Vatican malen solle. Obwohl 
nun Michel Angelo noch nie a fresco gemalt hatte und gar 
wohl Wusste, wie gross und gefährlich die Schwierigkeit sei, 
ein Gewölbe in solcher Manier auszumalen, welche schier eine 
Arbeit auf's Gerathewohl ist, oder doch voll Unvorgesehenem, so
        

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