Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411904
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LEICHISNREDE DES B. 
VARCHI. 
auch studirte er sehr viel in der Perspective. Dieser Mann war 
so fleissig und so genau in allen Dingen, dass er mit eigener 
Hand nicht bloss die Eisenbohrer, die Feilen und die Gradireisen, 
sondern auch die Federungen und Spitzmeissel und alle anderen 
Eisen und Instrumente anfertigte, welche er in der Bildhauerei 
bedurfte. Und in der Malerei bereitete er nicht allein die Grundir- 
farben und alle übrigen Vorbereitungen und tiöthigeil Zurüstungeiw, 
sondern machte sich auch die Farben selbst, da er sichvweder auf 
die Fabricanteiu noch auf die Jungen verliess. Diese Dinge wären 
vorzubringen und ein Jegliches insbesondere zu enipfehlen, was 
wir aber aus drei Hauptursachen nicht thun zu müssen glaubten. 
Die erste, weil sie so bedeutend und so geartet sind, dass Der- 
jenige, der sie bloss loben und aufzählen wollte, in der Haupt. 
sache davon doch nichts ersehen würde, Weder rasch noch so 
geschwind. Zweitens, weil zwei schöne und sehr kluge und 
ausserdem, was von vielem Gewicht ist, in -allen diesen Künsten 
sehr verständige Geister und Hausgenossen des Michel Angelo 
hievon in ihren "Leben" ausführlich geschrieben haben. Schliess- 
lich, weil in zwei von mir verfassten und öffentlich gelesenen 
Lectionen' ich davon schon vor achtzehn Jahren in unserer 
Akademie, wenn nicht zum guten Theile, so doch wenigstens so 
weit ich es wusste, gesprochen habe. Was ich hier nicht zu 
wiederholen gedenke." 
„lch beginne also mit der Malerei und lasse dahinter eine 
Tafel, welche er a tempera nach der alten Manier malte, darauf 
ein sehr demüthiger heil. Franciscus zu sehen, wie er Gott bittet, 
der Stigmen gewürdigt zu werden. Diese Tafel befindet sich in 
Rom in der ersten Capelle zur linken Hand, wenn man in die 
Kirche S. Piero a Montorioi eintritt. Man kann sie würdig 
1 Das sind die früher erwähnten Reden. S. Anmerkung z, pag. S7. 
2 Das Gemälde befindet sich nicht mehr in der Kirche San Pietro in 
Nlontoriu, an seiner Stelle befindet sich ein Fresco des Giovanni de" Vecchi, 
welches denselben Gegenstand darstellt. Nach Vasari soll das Gemälde nicht 
von Michel Angele, sondern nach einer Zeichnung Michel Angelds von dem 
Barbier des Cardinnl Riario, der auch'die Malerkunst ausübte, gemalt worden 
sein.  In dieser Kirche befinden sich auch die auf die Mauer in Oelfarben 
gemalten Bilder des Sebastiano del Piombo (Vasari X. im Leben des Seba- 
stiano del Piombo) nach Zeichnungen des Michel Angele.
        

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