Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411832
SUPPLEHENT 
DES TICCIATI. 
florentinische Nation und alle Meister zusammen. Der Papst 
hatte befohlen, für ihn eine Stätte in St. Peter zu bereiten. 
Da der Grossherzog Cosimo ihn im Leben nicht hatte haben 
können, so sorgte er dafür, dass wenigstens seine Gebeine in 
Florenz verblieben, deshalb wurde sein Leichnam heimlich in 
einen Ballen, wie ihn die Kaufleute gebrauchen, gepackt und 
von Rom weggeführt, und dieses deshalb, damit der Transport 
nicht hintertrieben würde. 
Die Accademia del Disegno in Florenz hatte ihn mit allen 
Stimmen nicht nur unter die Zahl ihrer Akademiker gewählt, 
sondern auch noch als Haupt und Meister aller Andern erklärt. 
Als sie nun erfahren hatte, dass sein Körper nach Florenz ge- 
schafft werden sollte, erliess sie ein Decret, dass alle ihre 
Untergebenen ihn geleiten sollten, bei Strafe sechsmonatlicher 
Ausschliessung. Als nun der Körper am n. März 1563 in 
Florenz angekommen war, stellte man die Kiste in die Com- 
pagnia dell' Assunta, hinter der Kirche von San Pier Malggiore. 
Den folgenden Tag versammelten sich die Meister um Mitter- 
nacht in jener Compagnizt, und er wurde mit vielen Fackeln von 
denselben in die Kirche von Sta. Croce übertragen. Und obwohl 
es die Absicht der Accademia gewesen, dass diese Function mit 
{ZTÖSSter Heimlichkeit vor sich gehe  nicht bloss um den Tumult 
dCS Volkes zu vermeiden, sondern auch um einen grösseren Pomp 
für die Begräibnissfeierlichkeit vorbereiten zu können, die man 
ihm zu halten beschlossen hatte  so war nichtsdestoweniger das 
Gerücht von dieser Uebertragung durch die Stadt verbreitet und 
der Zulauf des Volkes so stark, dass man ihn mit grosser Mühe 
in die Kirche bringen und in der Kirche selbst die üblichen 
hßiligen Gebräuche feiern konnte; Als diese beendet waren, 
wurde der Leichnam in die Sacristei gestellt, wo sich der Ver- 
treter der Accademia befand, um ihn zu übernehmen. Dieser liess, 
um die Meister zu befriedigen, die Kiste öffnen, damit jene, 
welche ihn bei Lebzeiten nicht gesehen, den Trost hätten, ihn 
wenigstens im Tode zu erblicken, und wurde er zur Verwunderung 
Aller Linversehrt und frisch gefunden, obwohl seit seinem Tode 
fünfundzwanzig Tage verHossen waren. Hierauf wurde er an 
einer Stätte in der Kirche neben dem Altare der Cavalcanti 
beigesetzt, woselbst in den folgenden Tagen fortwährend viele
        

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