Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411666
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BBEN D] 
ES MICHEL ANGELO BUONARROTI. 
sich von dem Verkehre mitdcn Menschen fast ganz abwendete und 
nur ausnahmsweise mit einigen Wenigen umging. Deshalb wurde 
er von den Einen fünstolz gehalten, und von den Andern für 
absonderlich phantastisch, während er weder den einen noch den 
andern Fehler hatte, sondern (wie dies vielen vortrefflichen 
Männern gegangen ist) die Liebe zur Arbeit und die beständige 
Ausübung der Kunst machten ihn einsam, und er fand in ihnen 
so sehr seine Freude und seine Befriedigung, dass die Gesellschaft 
ihm nicht nur kein Vergnügen machte, sondern ihm Verdruss 
bereitete, weil sie ihn von seinen Gedanken abwendete und er 
(wie man es von dem grossen Scipio zu erzählen pflegt) niemals 
weniger allein war, als wenn er allein war.   
LXIII. Jedoch hat er gerne Freundschaft gehalten mit 
Jenen, aus deren tugendhaftem und gelehrten Gespräche er einigen 
Gewinn ziehen konnte, und in denen ein Strahl der Vortrefflich- 
keit auflcuchtete, wie mit dem hochwürdigsten und erlauchten 
Monsignoi" Polo, wegen seiner seltenen Tugenden und seiner 
tinvergleichlichen Güte, gleicherweise mit dem Cardinal Crispo, 
meinem hochwürdigsten Patron, weil er in ihm, ausser vielen 
guten Eigenschaften, einen seltenen und ausgezeichneten Verstand 
gefunden; auch war er noch dem hochwürdigsten Cardinal Santa 
Croce sehr zugethan, einem höchst würdigen und klugen Mann, 
von dem ich oftmals auf das Ehrenvollste habe sprechen hören, 
und vom hochwürdigen Maffei, dessen Güte und Einsicht er immer 
gepriesen hat, und überhaupt liebt und verehrt er alle Anhänger 
des Hauses Farnese wegen des lebhaften Andenkens, in welchem 
er den Papst Paul hält, dessen er mit grösster Ehrfurcht gedenkt 
und ihn stets einen guten und heiligen Alten nennt; so auch 
mit dem hochwürdigsten Patriarchen von Jerusalem, dem früheren 
Bischof von Cesena, mit welchem er längere Zeit in grosser 
Vertraulichkeit verkehrt hat, als Einer, der an einer so reinen 
und freien Seele grosses Gefallen fand. Ueberdies war er sehr 
genau befreundet mit meinem hochwürdigsten Patron, dem 
Cardinal Ridolü guten Angedenkens, dem Schutzhafen aller 
Tugendhaften. Es gäbe da noch einige Andere, die ich übergehe, 
um nicht weitläufig zu werden, wie Monsignor Claudius Tolomei, 
Herr Lorenzo Ridolfi , Herr Donato Gianotti, Herr Leonardo 
Malespini, der Lottino, Herr Thomas del Cavaliere und andere
        

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