Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1209735
Die vlämische Schule: 
Peter 
lbCYlS. 
Eine zweite Wiederholung beiindet sich in der Leuchten- 
berg'schen Sammlung zu Petersburg; sie „wird dort 
irrig dem van Dyk beigemessen." Waagen (Gemäldesammlung 
zu Petersburg u. s. w. S. 383.) nennt dieselbe „ein sehr leben- 
diges, in der Farbe höchst warmes und klares, in der Aus- 
führung sehr fleissiges Bild." 
Ein drittes Exemplar wurde bei der Versteigerung Demidoff 
im Palazzo San Donato zu Florenz, im März 1880, mit 
81,000 Franken bezahlt (Kunstchronik 1880, Sp. 421.), doch 
wurde es von Verschiedenen nicht für eine Arbeit des Rubens 
gehalten. 
In England ist im Besitze des Grafen Warwick in War- 
wickcastle (Waagen, Kunstwerke u. s. w. II. S. 365.) noch ein 
weiteres Exemplar vorhanden.  
Dieser Thatsache gegenüber wird man also nicht ent- 
scheiden können, welches von diesen Bildern das im Nachlasse 
des Meisters vorgefundene, und welches überhaupt das ur- 
sprüngliche und eigentliche Original ist. 
Was dies letztere betrifft, so schrieb Rubens unterm 
2 September 1627 an Dupuy in Paris": „Ho ben dipinto il ri- 
tratto del marchese Spinola dal naturale, ma sin adesso non e 
tagliato in rame per altre occupationi che Phanno divertito." 
(Bei Gachet S. 139.) Und weiter unterm 20 Januar 1628 schrieb 
er demselben mit Bezug auf die Anwesenheit Spinolafs in 
Paris: „Ho caro che V. S. avendo visto adesso il naturale, 
potra giudicar meglio della somiglianza del ritratto, il quale 
si va facendo et e hormai avanzatof" wozu er die Randbe- 
merkung machte: „Le pitture vanno in longo d'inverno, perche 
i colori si seccano difiicilmente". (Bei Gachet. S. 16213.) Das 
Bildniss war also im Sommer 1627 gemalt und anfangs Sep- 
tember bereits sehr vorgeschritten, doch noch nicht vollendet. 
Die Arbeit ging seitdem nur langsam weiter und die Vollen- 
dung war auch Mitte Januar 1628 noch nicht erreicht, da „die 
Malereien im Winter langsam fortschreiten, wegen des schweren 
Trocknens der Farben." Als Spinola am 3 Januar 1628 über 
Paris nach Spanien abreiste (bei Gachet S. 161.), war demnach 
sein Bildniss noch nicht vollkommen fertig. Da er auch nie 
wieder, entgegen der ursprünglichen Absicht, in die Nieder-
        

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