Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1209701
Die v! 
ämische Schule 
Hend: 
k V3.1 
ältere. 
Das njllosrs-Bzßl" (N0. 435.) hat noch die altgewohnten 
Töne der vlämischen Landschaft, es zeigt ein ziemlich glück- 
liches Streben, die Zeichnung, besonders der Köpfe, im Sinne 
des klassischen Ideals zu verschönern, und hat auch einige 
Züge, die auf das Vorbild von Rubens hinweisen. Noch be- 
stimmter tritt dieser Eklektizismus auf dem grösseren Gemälde, 
der "Mannalese" (N0. 434.) auf. Da sind Einzelnheiten der 
Zeichnung oder Malerei, die dem Rafael und Correggio, 
dem Tizian und Veronese nachgeahmt sind; der land- 
schaftliche Hintergrund hat ganz den vlämischen Charakter, 
manche Züge besonders in Wahl und Auftrag der Farben 
führen auf Rubens zurück. Aber was schon Houbraken 
(I. S. 81.) hervorhob, dass „seine nackten Figuren so schön von 
Umriss und so rund und kräftig ausgeführt seien, dass beinahe 
alle andere Kunst daneben abfällt": dies wird man auch heute 
noch, wenn man ihn in dieser Richtung mit andern Meistern 
der vlämischen Schule vor Rubens vergleicht, zugeben müssen; 
besonders wird man die oft sehr glückliche Behandlung des 
Fleisches, namentlich in den weiblichen Körpern, mit Halb- 
schatten und verschmolzenen Tönen anerkennen. Seiner ganzen 
künstlerischen Kraft und Leistung nach nimmt er unter diesen 
Meistern, welche die Vermittelung zwischen den akademischen 
Bestrebungen und einer zu neuer Lebensfülle erwachten Auf- 
fassung der Natur-bilden, eine der ersten Stellen ein. Doch 
überwiegt bei ihm das akademisch-eklektische Element gegen- 
über dem neuen Realismus noch bedeutend, sowohl in der 
Zeichnung, wie im malerischen Vortrage. (Vergl. Bd. l. S. 40.) 
Das Gemälde der "Mmualzse" ist im Jahre 1738 erworben 
worden. ' 
Die Nachrichten über das Leben des Meisters sind von 
P. Genard in der „Revue d'hist. et tfarcheol. l. (Brüssel 1859.) 
S. 108-110, sowie im Antwerpener Katalog zusammengestellt, 
dessen Vorgang folgend auch hier dem Namen Hendrik 
van Balen der Beisatz „der ältere" gegeben worden ist. 
In diesen Schriften ist, der Ueberlieferung gemäss, das Geburts- 
jahr des Meisters mit 1560 angegeben, allein in der notariellen 
Urkunde, welche er gemeinschaftlich mit Jan Breughel und 
Rubens am 28 August 1618 ausstellte und die hier im ersten
        

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