Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1209594
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ältere. 
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schlechtstiame gewesen sei. Ist diese Annahme richtig, so hiess 
er Hendrik Bles, ist es jene Ueberlieferung, so muss er 
Hendrik met de Blesse genannt werden. (Vergl. Pincharfs 
Anmerkungen zu Crowe und Cavalcaselle, Les anc. peintres 
Ham. II. S. CCXCII.) Auf verschiedenen seiner Gemälde 
pflegte er eine Eule als Künstlerzeichen anzubringen, weshalb 
er in den Niederlanden der "Meester met den uil", in Italien 
aber, wo er sich längere Zeit aufhielt, „Civetta" d. h. die 
Eule genannt wurde. In den neueren Handbüchern findet man 
angegeben, dass er 1.1.80 geboren und 1550 gestorben sei. Selbst 
der Antwerpener Katalog macht diese Angaben, doch setzt er 
hinter das Sterbejahr 1550 ein Fragezeichen und bemerkt, leider 
ohne Quellenangabe, dass I-Iendrik 1521 zu Mecheln gewohnt 
habe. Hierdurch anscheinend veranlasst lässt der Meyer- 
Bode'sche Katalog der' Berliner Sammlung ihn „nach 1521" 
sterben. In Wahrheit weiss man jedoch nichts Bestimmtes über 
die Lebenszeit des Meisters. Das Geburtsjahr 1480 ist, soweit 
ich sehen kann, durch eine irrige Auffassung der Descamps" 
schen Chronologie (I. S. 33.) und das Todesjahr 1550 durch 
den wundersamen Pilkington (Dictionary of painters etc.), der 
Jahreszahlen über Jahreszahlen erfand, in die Kunstgeschichte 
eingeführt worden. Bei den älteren Schriftstellern und selbst 
bei Florent Le Comte, 1702, (Cab. des singularitez. II. S. 202.) 
Sucht man vergebens nach diesen Zahlen; auch I-Ieineken, 1789.. 
(Dict. III. S. 14.) hat weder die eine noch die andre. 
Schon Mander (Bl. 141.) sagt, dass er von Hendrik  durch 
einen Irrthum ist Joachim gedruckt (vergl. die Ausg. v. Jak. 
de Jongh I. S. 113.)  "wenig Bescheid" hätte, und man ist heute 
noch wie er auf die Werke des Meisters als Quelle zur Kennt- 
niss auch seiner künstlerischen Entwickelung angewiesen. 
Doch diese Werke sind heute selten und über den Entwicke- 
lungsgang, den er als Künstler genommen, ist man daher noch 
nicht, wie man wünschen möchte, im klaren. Mander meint, 
dass er, „als es scheint ein Nachfolger von Joachim Patenier 
gewesen ist", und sagt doch, sich auf Lampsonius berufend, 
dass „er gleichsam ohne Meister ein Meister geworden ist", 
also blos durch die Beachtung der Natur selbst. Wie dem sei, 
jedenfalls ist er eine Zeitgenosse des Patenier, vielleicht aller-
        

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