Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1209575
Die vlämische Schule: 
Jan Breughel 
der ältere. 
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Vor. Aber Karel van Mander, Cornelis de Bie, Houbraken. 
Hoet und Andere, sowie auch die Antwerpener Liggereit 
schreiben ausschliesslich oder fast ausschliesslich Breughel und 
Breugel. doch haben die Herausgeber der letzteren die Form 
Brueghel für die richtige gehalten und der alten Form stets in 
Klammern beigesetzt. Allerdings hält der Antwerpener Ka- 
talog diese alte Form für die vneue Schreibweise", doch giebt 
er für diese befremdende Behauptung keine Gründe an. 
Karel van Mander (B1. 153.) erzählt nun, dass der alte 
Peter, der Bauernbreughel .,nicht weit von Breda auf einem 
Dorfe, Breughel geheissen, geboren ist. dessen Namen er selbst 
getragen und seinen Nachkommen hinterlassen hat." Dieses 
Dorf Breugel oder Breughel in Nordbrabant bei Eindhoven 
besteht noch: es war in den französischen Kriegen 1673 und 
1688 durch Plünderung und Brandschatzung schwer heim- 
gesucht xxrorden, hat jetzt etwa 600 Einwohner und bildet mit 
dem Dorfe Son eine Kirchengemeinde. (Witkamp. Aardrijks- 
kundig woordenboek etc. Amsterdam 1877.) In der Grab- 
schrift dieses alten Peter Breugel, in der Liebfrauenkirche zur 
Kapelle in Brüssel", heisst es „Petro Breugelio  . pictori etc.:" 
also auch Breugel. 
Von neueren niederländischen Schriftstellern haben Immer- 
zeel, Kramm, Siret (Dict. des peintresj. J. van der Kellen, Max 
Rooses (Gesch. d. Antw. Schilderschool), Fr. Jos. van den 
Branden (Geschied. d. Antw. Schilderschool), H. I-Iymans 
(Hist. de la gravure dans llecole de Rubens.) und Andere die 
alte Form Breughel oder Brettgel beibehalten: und diesem 
Beispiele bin ich auch hier gefolgt. Hierzu hat mich wesentlich 
noch mitbestimmt. dass in der niederländischen Grabschrift Jan 
BreughePs, des hier zunächst in Rede stehenden Meisters, der 
Name „Breugel" geschrieben ist tGraf-en Gedenkschriften van 
de Provincie Antwerpen etc. II. S. 448.): „Hier leet begraven 
den eersamen Jan Breugel etc,"  während in der latei- 
nischen Inschrift des Gedenkstückes, zu welchem Rubens das 
Bildniss des Meisters malte, die Form „J0annes Bruegelius" 
angewandt ist. (Album der St. Lukasgilde etc. S. 60.) Die 
Form Bruegel oder Brueghel dürfte also lediglich durch die 
Latinisirung der Form Breugel oder Breughel entstanden sein,
        

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