Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1209479
Die vlämische Scl 
und 
Zahlen, namentlich, dass Matthäus 36 und Paul 72 Jahre alt 
geworden sei; allein diese werden keine unbedingte Glaub- 
haftigkeit verdienen, da die Wittvve Paul's, Signora Ottavitt 
Barra, nach bekannter Familiengewolutlheit in Rom, sich leicht 
darin irren konnte, ob ihr aus dem Auslande gekommener 
Mann 70 oder 72, und ihr schon vor 42 Jahren verstorbener 
Schwager 34 oder 36 Jahre alt geworden sei. Diese Angaben 
können die Zahlen Karel van Mander's nicht erschtittern. 
Anders ist es, wie sich von selbst versteht, um den Todestag 
Paul's, welcher mit dem 7 Oktober 1626 angegeben ist, bestellt; 
hier muss die Zahl Sandrarfs weichen. 
Mit Bezug auf die Mittheilungen im Antwerpener Katalog 
und diejenigen, welche Kramm (I. S. 162.) unter Anlehnung 
an T. E. van G0or's „Beschr_vving van Breda etc." (Haag 1744. 
S. 306.) macht, dass nämlich der Vater des Paul, also auch des 
Matthäus, gleichfalls Matthäus geheissen hat und in Breda 
"ein berühmter Fruchtmaler" (fruytschilder, nicht portretschil- 
der, wie Kramm irrig anführt) gewesen. ist hier dem Namen 
des Matthäus Brill der Beisatz "der jüngere" gegeben 
worden. 
Die eigenthümliche Bedeutung der beiden Brüder Matthäus 
und Paul Brill, welche in kunstgeschichtlichem Betrachte schon 
oben (Bd. I. S. 3617.) berührt wurde, können die vorliegenden 
Landschaften wohl veranschaulichen. Diejenige des Matthäu s 
wird in die Zeit zwischen 1570 und 1584, die beiden des Paul 
in die Jahre etwa zwischen 1610 und 1626 zu setzen sein. 
Zwar ist der Zusammenhang, in welchem beide Brüder zu 
einander standen, die Einwirkung, welche Paul von Matthäus 
empfing, aus diesen Stücken nicht zu ersehen; dazu liegen sie 
wohl zu weit aus einander. Auch mögen die Werke des 
Paul, welche in diesem Betrachte wichtig sind, überhaupt nur 
von sehr geringer Zahl sein; besonders bezeichnend erschien 
mir die „ Landschaft mit rämisclmn Ruinen" in Amsterdam (N0. 45  
welche noch fast ganz in der Art des Matthäus gehalten ist. 
Vergl. über die beiden Meister auch Ed. Fetis, Les artistes 
belges a Petranger etc. I. S. 143 ("E Brüssel 1857.
        

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