Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1213477
Dirk van Delen. 
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steinen, die auf dem ersten der hier vorliegenden Bilder mit 
dargestellt sind und die theilweise für Künstlerzeichen ge- 
nommen wurden, scheint die Meinung entstanden zu sein, 
dass dies Werk nicht von D. van Delen herrühren könne. 
Allein diese Inschriften und Zahlen können nur auf die dort 
Begrabenen bezogen werden, und lassen sich als Künstler- 
zeichen schlechterdings nicht zusammen reimen. Die Be- 
merkung des letzten Blasiudschen Kataloges: „Auf einem 
Leichensteine steht ein Monogramm, welches nicht das des 
Malers sein kann"  wird deshalb nicht aufrecht zu halten 
sein, und man Wird dem Bilde ruhig den Namen lassen, den 
es schon bei Eberlein (ll. Cab. N0. 98-) trug und der zu seiner 
Kunstart sehr gut passt. Denn Dirk van Delen ist in seinen 
Arbeiten keineswegs immer auf gleicher Höhe, vielmehr zeigt 
er sehr erhebliche Schwankungen. Man kann deshalb nicht 
sagen, weil die "Kiäzfzeuanxzklzt" dem vorliegenden "Lustschloss? 
von 1635 erheblich nachsteht, ist sie nicht von ihm. Sie ist 
nüchtern, steif und kahl, das ist wahr; aber das ist unter 
andern auch jene "Ansicht der Peterskirche" von 1623 und zum 
Theil auch der „Szlzlosslzrgf" von 1647 in Berlin (N0. 756.). Man 
könnte also kaum sagen, dass die nßäwizcnansiclzt" vor oder 
nach dem "Luxtsclzlosse" zu setzen sei, wenn nicht einige per- 
spektivische Fehler, namentlich der am F usse des Taufbeckens, 
noch auf eine Anfängerschaft hinwiesen. So wird das Bild 
also wohl der frühesten Zeit des Künstlers angehören. 
Dem „Zlzzstsclzl0ssel' steht die nur um ein Jahr jüngere 
wmusikalisclle Gesellszkaft" in Rotterdam (N0. 68.) ganz nahe: 
dieselbe Behandlung, dieselben Trachten, Typen, Haaraufputze 
u. s. w., nur dass der Ton des Ganzen, da ein Innenraum 
dargestellt ist, erheblich tiefer gehalten ist. In der Anlage 
ähnelt demselben auch das Bild von 1640 in Wien (Grün. Cab. 
N0.  dem jedoch der sehr beträchtliche Maasstab (5 zu 9 Fuss) 
schadet, und ebenfalls dasjenige zu London (NaL-Gal. N0. 1010.), 
das leider nicht bezeichnet ist, jedoch als das schönste Werk 
des Meisters, das ich kenne, hervorgehoben werden muss; es 
ist prächtig in der Architektur entwickelt, von vollendeter 
Ausführung und sehr saftig und voll in Farbe und Ton.
        

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