Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212946
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Die holländische Schule: 
VIII. 
Die Landschafts- 
und 
Thiermafex 
In Dresden (N0. 1295.) befindet sich ein Gemälde, welches 
in der Grösse, der Anordnung, den Tönen und dem ganzen 
Charakter mit den hier vorliegenden "rölnisclzen Ruinen" fast 
genau stimmt. Nur wenige Abweichungen im einzelnen sind 
hervorzuheben: hier hat der I-Iirt eine rothe Jacke, in Dres- 
den eine schwarze, hier ist ein schwarzer Bock, dort ein gel- 
ber Hund angebracht, hier rechts vorn ein Sattel, Decke u. s. w. 
dort eine Reisetasche, rothe Decke u. s. w. Dies Dresdener 
Bild ist mit einem aus J. und A. zusammengesetzten Künstler- 
zeichen (Nagler, Monogr. I. N0. 70.) versehen und führt dem- 
entsprechend den Namen des Jan Asselyn. Man würde da- 
nach das hiesige Stück auch diesem Meister zueignen müssen, 
wenn nicht doch mancherlei für Weenix spräche. Ja n Bap tist 
Weenix ist in den Jahren 1643 und 1644 gleichzeitig mit- 
Asselyn in Rom gewesen (S. oben S. 365 und I-Ioubraken 
II. S. 7819, auch A. v. Wurzbach in R. Dohmels ,Kunst und 
Künstlerif II. N0. XXXIIZ-XXXV. S. 98); und da dieser ein 
Jahrzehnt älter war, so liegt es nahe, dass er, der erst 22 Jahre 
zählte, sich ihm angeschlossen und von ihm zu lernen gesucht 
habe. Er könnte also ganz wohl das Asselyn'sche Bild kopirt 
haben. Dazu kommt, dass andere Werke des Weenix, na- 
mentlich die mit dem Namen des Meisters bezeichneten "See- 
räubrr" in Paris (N0. 553.) ganz ähnliche Ruinen, wie das 
vorliegende Gemälde, aufweisen, auch dieselbe Behandlung 
und dieselben Töne zeigen, so dass es doch zu gewagt wäre, 
die alte überlieferte Benennung des Bildes zu unterdrücken. 
Waagen hielt dasselbe wie er in seinen im Leipziger Museum 
befindlichen Handexemplare des hiesigen Katalogs vermerkte, 
für „echt und sehr gut." Da nun die "vzusizirende Gesellsclzafl," 
deren Hintergrund und Beiwerk ebenfalls nach Italien weisen, 
dieselbe Behandlungsart und mehrfach auch dieselben Töne 
zeigt, so wird auch ihre Benennung nicht in Zweifel zu ziehen 
sein. 
Dagegen erscheint ein drittes, im Katologe unter dem Na- 
men des Jan Baptist Weenix aufgeführtes Stück, welches 1777 
erworben wurde:
        

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