Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212779
weisser Farbe das Wort „Claude." Aber dieses steht nun gar 
grösstentheils auf einer, I Centimeter breiten Leiste, die später 
dem Bilde angesetzt wurde, ist also ganz gewiss nicht echt. 
Diese unechten Bezeichnungen können jetzt lediglich die Be- 
deutung haben. darzuthun, dass das Bild ehedem auch noch 
unter einem anderen Namen als dem des Claude Lorrain ging, 
und dass die Belegung desselben mit diesem Namen keine 
ursprüngliche und begründete ist. Aber freilich, damit ist 
noch nicht bewiesen, dass es von Herman Swanevelt her- 
rührt. Jedoch sprechen hierfür die folgenden Gründe. 
In der ausgezeichneten Sammlung des Herrn Freiherrn 
van Steengracht im Haag behndet sich dasselbe Gemälde, mit 
einigen Abweichungen, noch einmal. Die Abweichungen be- 
stehen darin, dass die Brücke dort nur vier Bögen hat, während 
man auf dem hiesigen Bilde deren fünf zählt, und dass im Vorder- 
grunde auf beiden Seiten zwischen den Baumen einige Thiere 
und Menschen angebracht sind. Sonst ist alles übereinstimmend; 
die Maasse sind die gleichen, die Behandlungsart ist dieselbe, 
die nämlichen Stellen, wie im hiesigen Bilde, sind auch dort 
gedunkelt, in derselben Weise. Dagegen besitzt das Steen- 
grachfsche Exemplar im Mittelgrunde noch feinere Töne. 
Dies Exemplar nun führt den Namen des Herman Swanevelt. 
Es kommt also darauf an, festzustellen, 0b der Charakter dieses 
Bildes mit dem anderer, beglaubigter Werke des Swanevelt 
übereinstimmt, und ob beide Exemplare oder nur eines Ori- 
ginale sind. 
Was den ersten Punkt betrifft, so bestätigen schon die 
Raclirungen des Meisters ganz schlagend in Bezug auf Kompo- 
sition und Auffassung, wie auf Formengestaltung der Berge 
und Baume die Gleichartigkeit; und ferner hat man im Museum 
des Haag selbst, durch einen Vergleich mit der dortigen Land- 
Schaft (N0. 143.), die mit „H. Swaxievelt 1650" bezeichnet ist, 
Gelegenheit, sich von der Gleichartigkeit der Technik und des 
Vortrages zu überzeugen. Namentlich zeigt sich als besonders 
charakteristisch, dass auch auf diesem Bilde die dichten Massen 
des Baumschlages ganz ähnlich, wenn auch nicht ganz so stark, 
gedunkelt sind, wie auf dem Gemälde bei Steengracht, und 
weiter wie auf dem der hiesigen Sammlung. Diese Gleich-
        

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