Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212766
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Die hol 
ländische Scl 
lule: 
VIII. 
Die Landschafts- 
und 
Thiermalex 
sache, dass er lange Zeit zu Rom im Anschluss an seinen, etwas 
älteren Zeitgenossen Claude Lorrain (1600-1682.) arbeitete, so 
werden die sicheren Nachrichten über ihn erschöpft sein. 
Das erste und das dritte der hier vorliegenden Bilder sind 
bei Eberlein (II. Gall. N0. 81 und Vll. Cab. N0. 60.) als WVerke 
des Claude Lorrain verzeichnet, jedoch trägt das letztere schon 
lange, spätestens seit Pape, 1836, den Namen des Swanevelt. 
Hiergegen, wie gegen die Benennung des mittleren Bildes, das 
sich nicht bei Eberlein findet, aber, soweit man zurück ver- 
folgen kann, auch immer diesen Namen führte, wird sich nichts 
erinnern lassen, da beide Werke der Art dieses Meisters durch- 
aus entsprechen. Die Ueberlieferung stimmt also hier mit den 
künstlerischen Eigenschaften überein. 
Anders ist es mit dem ersten Stücke, N0. 739, welches bis 
jetzt unter dem Namen des Claude Lorrain gegangen ist, 
nur dass man es zu Fontainebleau, wohin es während der Fran- 
zosenzeit geschleppt war, eine „belle copie" nach diesem Meister 
nannte, und dass die Pape'schen sowie der letzte Blasiussche 
Katalog ihren Zweifel an der Echtheit des Werkes durch Bei- 
setzung eines F ragezeichens andeuteten. Diese Zweifel sind 
aber vollkommen gerechtfertigt. Denn wenn auch die Kom- 
position und der stylistische Charakter des Bildes der Weise 
des grossen lothringer Meisters im allgemeinen entsprechen, 
so thut dies doch nicht die stoffliche Darstellung, der Vortrag. 
Man vermisst hier besonders jene wundervolle Klarheit, die 
den echten Werken des Claude Lorrain. eigen zu sein pflegt, 
und sieht mit einigem Befremden die so stark gedunkelten 
Stellen, namentlich im Baumschlage, des vorliegenden Bildes. 
Hierzu kommt, dass man in der linken unteren Ecke ein 
Monogramm bemerkt, welches diese wunderliche Form hat: 
und welches auch seiner sonstigen Erscheinung nach die An- 
zeichen der Fälschung oder doch der Unechtheit besitzt. Etwas 
tiefer, nach dem untern Bildrande zu, liest man noch in matter
        

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