Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212588
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Die hol 
ländische 5c? 
ie Gattungsmalcr 
melden übereinstimmend, dass das erste der vorliegenden Bilder 
das nßzgelzc Büzinisx" des Meisters sei. Die zweite der darge- 
stellten Persönlichkeiten, der Herr mit dem Federhut, wurde 
früher nicht benannt, aber die BarthePschen Kataloge gaben 
ihn für Adriaen's „Freund Terburg", die Blasiusschen für den 
Bruder des Meisters aus. Lässt man diese zweite Persönlich- 
keit nun auch ausser Acht, so bleibt doch die Frage, ob die 
I-Iauptiigur Adriaen van der Werff selbst darstelle oder 
nicht. Ich bin nach genauer Prüfung dahin gelangt, diese 
Frage zu verneinen.  
Das erwähnte „Sell2sz'l1ild11[ss" des Meisters in Amsterdam 
von 1696 stimmt in der Aehnlichkeit mit dem von J. Hou- 
braken gestochenen, Welches dem Werke A. Houbrakeifs bei- 
gegeben ist, überein. lch habe eine Durchzeichnung des hie- 
sigen Kopfes mit dem in Amsterdam eingehend verglichen und 
ebenso natürlich den J. Houbrakeifschen Stich mit dem hiesigen 
Bilde selbst, und habe gefunden, dass hier ein anderer Mann 
dargestellt ist. Zwar ist der Werff in Amsterdam wohl etwas 
älter, und er trägt keine Perrticke, so dass _die Vergleichung 
etwas erschwert wird; aber die Nase ist anders gestaltet, das 
ganze Untergesicht ist erheblich weniger breit und der Mund 
viel schmaler. Diese einzelnen bestimmten Eigenschaften, 
welche auch auf Houbrakcns Stich wiederkehren, schliessen 
die Aehnlichkeit, die Möglichkeit, dass der Meister auch hier 
dargestellt sei, aus.  
Zwar spricht Schlie in dem angezogenen Aufsatzc von 
einem „sehr feinen Bilde in Schwerin, das den A. van der Werfl 
als Schachspieler neben einem Freunde zeigt und dem etwas 
grösseren Braunschweiger Bilde, N0. 161, sehr ähnlich ist (nur 
ist die zweite Figur eine ganz andere)", allein diese Beziehung 
konnte die von mir gewonnene Ueberzeugung nicht erschüttern. 
Ebensowenig konnte dies der Bericht GooPs (II. S. 377.), dass 
van der Werff ein grosser Liebhaber des Schachspiels gewesen 
und dass er selbst einen Satz Figuren dazu in Eben- und 
Palmenholz höchst kunstreich geschnitzt habe. Vielmehr möchte 
ich annehmen, dass der Meister hier einen seiner Schachfrettnde 
oder einen seiner Gönner, der auch das Schachspiel liebte, ab- 
gebildet habe.
        

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