Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212315
Pieter van Laer. 
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bezeichnet ist und dass die Radirung bei Bartsch N0. 1 den 
Namen „Petrus di Laer fe." und den Beisatz „Romae Superiorum 
licentia A139 1636" trägt. Dass Pieter wirklich zu Haarlem, wie 
Sandrart sagt, und nicht zu Laren, wie Houbraken behauptet, 
geboren ist, hat Kramm (III. S. 926.) durch Anziehung einer 
Stelle bei Schrevelius (Beschryving van Haerlem S. 384.) dar- 
gethan. 
In derselben Stelle dieses 1648 erschienenen Buches heisst 
es weiter auch, dass Pieter van Laer Italien nicht vergessen 
konnte; „derhalven is hy te rade geworden, wederom op nieus 
te reysen; soo heeft hy aende vrienden syn afscheyt genomen, 
dannen noch niet en weet waer hy voleyndt is, dat Empedocles 
voor hadde." Kramm schliesst hieraus, dass er wieder und 
zwar „op aanraden," Wovon ich nichts finde, nach Italien 
gereist ist; jedoch scheint mir, in Verbindung mit Dem, was 
Sandrart über seine schwache Gesundheit und seinen schwer- 
müthigen Seelenzustand sagt, der Sinn der Stelle der zu sein, 
dass er Abschied von seinen Freunden, unter dem Vorgehen 
einer Reise nach Italien, genommen hat, dass man aber noch 
nicht weiss, wo er ausgeführt hat, was Empedocles ihm vor- 
gethan hatte, also. jenen Selbstmord, von dem R. de Piles in 
seinem „Abre'ge" (2 Ausg. S. 415.), I-Ioubraken und viele 
Andere erzählen. Wie jener sich in den Aetna, so hatte Pieter 
van Laer sich in eine Wassergrube (fosse, waterput) gestürzt: 
beide waren verschwunden. Dass dies vor 1648 geschehen ist, 
beweist das Erscheinungsjahr des Schreveliusschen Werkes. 
Sandrarfs Angaben werden hierdurch also bestätigt. Uebrigens 
sind die Worte bei Schrevelius „waer hy voleyndt is, dat 
Empedocles voor hadde" sprachlich dunkel und unverständlich, 
doch kann deren Sinn nicht zweifelhaft sein. 
Ich muss des Briefwechsels zwischen Melchior de 
Hondecoeter und Pieter van Laer noch gedenken, der in 
Meusels Museum (XVI. Stück von 1792. S. 253-269.) mit- 
getheilt und mehrfach angeführt ist. Er gehört dem Jahre 
1666 an Aber er trägt so deutlich den Stempel des fremden 
Ursprungs an der Stirn, dass ich mich Wundern muss, wie er 
nur einen Augenblick für echt gehalten werden konnte. Unter 
der Maske jener beiden Maler verspottet ein Schreiber des
        

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