Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212245
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Die 
holländische Schule: 
ldniss- 
Spätere Bi 
und Geschichtsmaler. 
Gewiss werden nicht wenige Kunstfreunde der Ansicht 
sein, dass diese Bilder nicht der Wandfläche werth sind, die 
sie bedecken; und ich kann, wenn nur eine rein künstlerische 
Beurtheilung Platz greifen soll, kaum widersprechen. Denn 
die Bilder sind mehr oder weniger cntartend. Aber darin 
eben liegt ihre Bedeutung, die eine rein geschichtliche ist und 
den Vorfall der holländischen Malerei veranschaulicht. Man 
bemerkt in der „ Wrleimdzgungr" noch deutlich die Ueberlieferung 
der guten holländischen Malart und in den Tönen den 
Einfluss der Rembrandfschen Schule; aber zugleich macht 
sich ein Streben nach Verschönerung der Form geltend, das 
sich an die Italiener lehnt, das aber noch mit Maass und Ge- 
wandtheit verbunden ist, sodass dies Stück noch vergleichs- 
weise gesund erscheint. Aber schon in den beiden mytho- 
logischen Stücken tritt die Ausschliesslichkeit der italienischen 
Nachahmung mit aller ihrer Gemachtheit und Uebertreibung 
auf; ja in der Zeichnung der Kindergestalten mit den starken 
Köpfen erscheint Voorhout fast als ein Vorläufer des Francois 
Boucher. (r7o4_1770.) Der "Sauzariter" endlich zeigt den 
Künstler als ganz manieristischen Macher; der Ausdruck ist 
gering, unvvahr und gekünstelt, der Ton des Nackten ungesund, 
die Behandlung trocken. 
Und dieser Voorhout war seiner Zeit ein beliebter Maler. 
Man erkennt demnach an seinen Werken, nicht bloss wie die 
alte Kunst in Holland gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts 
verfiel, sondern auch wie der allgemeine Geschmack vom 
nationalen Boden sich abwandte und den italianisirenden 
Manierismus begünstigte. 
Houbraken (lII. S. 224 ff.) giebt das Todesjahr Voorhoufs 
noch nicht an, woraus man in Verbindung mit der Thatsache, 
dass sein künstlerischer Nachlass am I2 Mai 1723 versteigert 
wurde (Hoet, Catal. van schilderyen etc. I. S. 289.), schliessen 
darf, dass er zwischen 1721, wo der dritte Band von Houbraken 
erschien, und dem Frühjahr 1723 gestorben sei, vermuthlich 
nicht lange vor dem letzteren Zeitpunkte. Unter dem Nachlasse 
befanden sich auch zwei Stücke "Dimm und Enajvzziovz" und 
„Venux und Cupzäa", von fast gleicher Grösse wie die beiden 
vorliegenden Stücke derselben Gegenstände in ihren gegen-
        

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