Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1212068
292 
Die holländische Schule: 
Spätere Bildniss- 
und Geschichtsmaler. 
gelobt, der den Beinamen „Van Dyck im kleinen" hatte. Auch 
wurde er Gerards, wie Houbraken angiebt, genannt oder 
Gerars, Geraers und Geraerts, wie der Name auf Stichen nach 
ihm von W. Vaillant geschrieben ist. 
Das vorliegende Werk lässt nun allerdings von diesem 
Verhältniss zu van Dyck nichts erkennen. Im Gegentheil, es 
stimmt überein mit einem Gemälde des Abraham van den 
Tempel im Museum zu Berlin (N0. 858.). Doch sind die 
beiden Persönlichkeiten auf diesem letzteren Bilde in ganzer 
Figur dargestellt, und der Vortrag ist erheblich freier und 
schöner. Schon Waagen, der doch dies Berliner Bild aus 
täglichem Umgange genau kannte, war, wie aus seinem im 
Leipziger Museum aufbewahrten Handexemplar des hiesigen 
Kataloges ersichtlich ist, der Meinung, dass das hiesige „minder 
geistreich und wohl eine alte Schulkopie" sei. Diese Ansicht 
dürfte ganz richtig sein, und sie wird dadurch gestützt, dass 
der Kopist seinen eigenen Namen auf die Kopie gesetzt hat, was 
doch nur ein Anfänger, um sich einmal auf Leinwand geschrieben 
zu sehen, im Vollgefühle junger Künstlerschaft thut. Gerard 
van Zyl mag also dies Bild ungefähr in seinem zwanzigsten 
Jahre, um 1635 oder etwas später, bevor er nach England ging, 
gemacht haben, Doch bliebe auch die Möglichkeit offen, dass 
er erst nach seiner Heimkehr, um sich wieder der holländischen 
Art zu nähern, das Gemälde Abraham van den TempePs kopirt 
habe, denn dieser kann kaum älter als er selbst gewesen sein. 
Die Bezeichnung des Bildes ist fast in Einem Zuge flott 
mit dünner Farbe hingeschrieben und schliesst den im letzten 
Blasiudschen Kataloge ausgesprochenen Gedanken, dass sie 
„wahrscheinlich gefälscht" sei, doch unbedingt aus. Wer würde 
auch den Namen eines Meisters fälschen, von dem man selbst 
kaum noch ein Gemälde nachweisen dürfte! Die Stiche nach 
ihm lassen ihn als gewandten Künstler erkennen, und nament- 
lich zeigt das "Büdnzks des Govert Flzäzck", welches Abr. 
Blooteling gestochen und W. Vaillant geschabt hat, ihn 
als tüchtigen Meister. 
Das vorliegende Bild wurde im Jahre 1847 einzeln er- 
worben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.