Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1209305
Die vlämische Schule: 
Jan Massys (Pi 
der Wahrheit, Wirklichkeit und Lebendigkeit giebt, welche 
die Akademiker sonst nur im Bildniss erreichten und die sich 
nur aus der unmittelbaren Anlehnung an die vor ihnen sitzende 
Person, an die vor ihren Augen stehende Natur erklärt. 
In Anbetracht dieser mannigfachen und verwickelten Be- 
ziehungen ist es schwierig und bedenklich, den Namen eines be- 
stimmten Meisters mit diesem Werke in Verbindung zu bringen. 
Ich habe in einer nicht geringen Zahl von Gemäldesammlungen. 
namentlich in den Niederlanden selbst, nach einem Bilde ent- 
schiedener Verwandtschaft vergeblich gesu ct, jedoch gefunden, 
dass zwei Gemälde des Jan Massys im Museum zu Brüssel. 
eine vtguszznna" und ein „Lo!lz mit seivzrvz T öclztrrn," (N0. 4,26 
und 4.27) von welchen das letztere mit dem vollen Namen des 
Meisters und der Jahreszahl 1565 bezeichnet ist, sowie der 
"Elzlgzkzr-ßfliar" des Monogrammisten L. M. B. G. von 1588 
in Antwerpen (N0. 576-580) noch am ehesten durch einige 
Eigenschaften an das vorliegende Bild erinnern. Nähere Aus- 
führungen hierüber sind bereits oben in einem andern Zu- 
sammenhange (Bd. I. S. 22,) gegeben, und es erübrigt hier nur 
noch hervorzuheben, dass sich etwas Bestimmtes über den 
Maler des Bildes zur Zeit nicht sagen lässt; vielleicht dass 
künftige Beobachtungen und Untersuchungen hierzu in den 
Stand setzen. Einstweilen muss man sich mit der Bezeichnung 
des Kreises, aus welchem das Werk hervorgegangen ist, wie 
mit der Hindeutung etwa auf Jan Massys und jenen Mono- 
grammisten begnügen. 
Es wird nicht unerwähnt bleiben dürfen, dass der 
Maler in der Auffassung der einzelnen Figuren seiner Dar- 
stellung vielleicht eine Anspielung auf die fünf Sinne, wie 
das sehr im Geschmacke seiner Zeit lag und wie das noch 
ganz ähnlich von David Teniers dem jüngern auf seinem 
Gemälde der nfiifgf Sinn!" in Brüssel (N0. 324) zur Anschauung 
gebracht wurde, hat machen wollen. Man würde dann den 
Mann links, der das Weinglas an den Mund setzt, mit dem 
Geschmack in Verbindung zu bringen haben, die Frau rechts 
von ihm, welche den Beschauer ansieht, mit dem Gesicht, die 
Tamburinschlägerin und die Guitarrenspielerin mit dem Gehör. 
den Mann, welcher an der Nelke riecht, mit dem Geruch,
        

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