Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211820
268 
Die 
ländische Schule: 
Schüler und N acl 
lahmen 
von Rembrandt. 
es besitzt auch Vorzüge der Mache, aber damit ist noch lange 
nicht gesagt, dass es ein eigenes Werk Rembrandts sei. 
Die Gesammterscheinung und Behandlungsweise desselben 
entsprechen nun im hohen Grade dem hiesigen "Clzrzlvfzzs" J. de 
Wet's von 1635, nur dass dies Bild wegen der Zahl und des 
inneren Gehaltes der Figuren erheblich höher zu schätzen ist. 
Aber es enthält auch einen Kopf, den des Schriftgelehrten un- 
mittelbar hinter dem Jesusknaben, Welcher ganz genau dem 
des :7P(lZt[2'tS7, entspricht, wie schon die Baldingerlsche Radirung 
bestätigt. Beide sind ohne Zweifel von derselben Hand und 
aus derselben Palette gemalt. Man wird also in dem Stuttgarter 
Bilde ein lehrreiches Beispiel für die von Füssli und Anderen 
berichtete Fälschung von Bildern J. de Wet's als KVerke 
Rembrandts anerkennen dürfen. 
J. de Wet verräth auf diesem „Clu'isz'zzs" neben den be- 
stimmenden Beziehungen zu Rembrandtls Vorbild auch Eigen- 
schaften, namentlich in dem grünlichen Ton des Hintergrundes. 
die an Eeckhout erinnern. Eeckhout dürfte gegen 1635 bei 
Rembrandt in die Lehre getreten sein (Vosmaer S. 178.), dem- 
selben Jahre, in Welchem das in Rede stehende Bild J. de Wet's 
gemalt wurde. Letzterer ist also vermuthlich etwas älter als 
Eckhout gewesen; Was das erwähnte nur zwei Jahre ältere 
Bild in Darmstadt angeht, so erweist es sich, auch abgesehen 
von der Aehnlichkeit der Bezeichnungen, als Arbeit desselben 
Malers, nur ist es im Gesammtton brauner, etwa wie die Ge- 
mälde des Abr. van Cuylenborch, und in den einzelnen 
Farben bunter. Die Komposition und Malerei erscheinen 
bereits erheblich entwickelt, dagegen ist der seelische Ausdruck 
noch ziemlich schwach. Doch kommt auch hier ein Kopf vor, 
der an den Paulus in Stuttgart erinnert. 
Auch dem zweiten der vorliegenden Bilder, dem "Brande 7'011 
Troja" N0. 697, welcher 1739 erworben wurde, ist in sehr hohem 
Grade der Charakter Rembrandfscher Schule eigen, doch hat 
der Künstler sich hier mit selbständigerem und sichrerem Geiste 
bethätigt, als auf dem besprochenen Figurenbilde, und es scheint 
danach, dass die Landschaft seine eigentliche Stärke gewesen 
ist. Eine reiche Phantasie, eine grosse Klarheit und eine seltene
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.