Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211744
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Die 
ndische Schule: 
Schüler und Nachahmer von Rembrandt. 
die Hand des Mars lässt sogar bestimmt eine Nachahmung des 
van Dyck erkennen; auch Anlehnungen an die Italiener, an 
Guido Reni und Correggio kann man wahrnehmen: die 
Schattenbehandlung an Brust und Kopf der Venus deutet auf 
diesen letzteren Meister hin. Wenn diese eklektische Art 
gegenüber dem bestimmten Charakter ausgezeichneter Bilder, 
namentlich ausgezeichneter Bildnisse von der Hand des Meisters 
eben befremdeti darf, so weist doch schon Waagen (Handbuch 
II. S. 10718.) auf die Entfremdung B0l's von der Rembrandt" 
sehen Schule hin und Burger (II. S. 21.) macht auf seine Nach- 
ahmung der Italiener aufmerksam. Einige Werke Bol's aber 
in niederländischen Sammlungen geben in Bezug auf das vor- 
liegende Werk soviel Anhaltspunkte, dass an dessen Echtheit 
nicht zu zweifeln ist. 
Als Bildnissmaler hielt sich Bol den Ueberlieferungen der 
Rembrandtischen Schule zwar länger nahe, doch lassen die 
späteren Stücke in dem Charakter der Farbenbehaitdlung auch 
hier fremde Einflüsse wahrnehmen, wie das namentlich die 
gßilzlnzlrse der bezlien de Ruyter" im Haag (No. 15 und 16.) zeigen, 
von denen das eine (No. 16.) mit 1669 bezeichnet ist. Auf 
beiden Bildern kommen Lokaltöne vor, die auch das vor- 
liegende Werk zeigt, namentlich z. B. stimmt der dunkelrothe 
Vorhang hier mit dem auf dem Bildnisse des jungen de Ruyter 
(No.  Auch verdient es Beachtung, dass auf dem Bildnisse 
des Admirals de Ruyter (No. 15.) der Kopf des Knaben, der 
den Helm hält, im Helldunkel nach der Art des Correggio 
gehalten ist. Auf einem andern Bildnisse des Admiral de 
Ruyter von 1677 in Amsterdam (No. 42.) hat die rechte Hand 
etwas Absichtliches und der des Mars auf vorliegendem Bilde 
sehr Aehnliches. Auch das vßilzinzlt: einer Fnzu 1'111 fagdarzzzzge" 
zu Utrecht (No. 11.) ist beachtenswerth, da es im Ton des 
rothen Rockes und grünen Gewandes sich an die Rubens-van 
Dycksche Art lehnt, und nicht minder im Fleisch eine Glätte 
zeigt, die an die Akademiker erinnert; in diesen Beziehungen 
wie auch in Hinsicht des landschaftlichen Hintergrundes stimmt 
dies Gemälde mit dem vorliegenden überein. 
Sehr klar tritt ferner noch der Einfluss der Vlamingen 
und Italiener, welcher B0l's Spätere Thätigkeit bestimmte, auf
        

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