Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211738
Ferdinand B0]. 
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Gemahlin nicht genügsam bewunderte und gab ihm deshalb 
Gelegenheit, die Königin nackt zu sehen, was von dieser aber 
derart übel aufgenommen wurde, dass sie Gyges nöthigte, den 
Kandaules zu tödten und darauf ihr Gemahl zu werden. Dieser 
Erzählung scheint der vorliegende Gegenstand besser zu ent- 
sprechen. 
Wenn man aber erwägt, dass die holländischen Maler jener 
Zeit die biblischen und antiken Stoffe bisweilen mit grosser 
Willkür auffassten, und dass ihnen oft der Gegenstand als 
solcher gleichgültig und nur als Mittel der malerischen Dar- 
stellung von Bedeutung war, so wird man doch wohl vorziehen, 
das Urtheil in dem vorliegenden Falle zurückzuhalten. 
Der Gedanke der ganzen künstlerischen Darstellung lehnt 
sich unmittelbar an Rernbrandtls "Demaä" in Petersburg 
(N0. 802.). Auch hat der Künstler die Danaö selbst sich zum 
Vorbilde für seine weibliche Gestalt genommen, indem die 
Lage des Körpers und des linken Armes genau entlehnt sind. 
Nur der rechte Arm und der Ausdruck des Kopfes sind ver- 
ändert. Stiche nach der vßanaä", zur Vergleichung mit dem 
vorliegenden Bilde, findet man in der „Gazette d. beaux arts" 
1879 Juniheft, von L. Flameng, und in den Radirungen 
Massalofs nach den Rembrandts in der Eremitage zu Peters- 
burg. (Dix eaux-fortes dlapres Rembrandt par N. Massaloff, 
Leipzig. 1866.) 
526. 
u n z! 
"Mars 
Venus." 
Das Gemälde ist zwar in das Museum mit dem Vermächt- 
nisse der Frau von Reinike gekommen, es stammte jedoch aus 
Salzdahlum, wo es schon als Werk des F. Bol aufgeführt war 
(I. Gall. N0. 171.); laut einer späteren Eintragung im hand- 
schriftlichen Verzeichnisse von 174.4 soll es 1736 erworben 
worden sein. Dieser Name giebt Denjenigen, welche die 
künstlerische Entwickelung BoFs nicht genügend verfolgt 
haben, stets Anlass zu Bedenken, denen auch der letzte 
Blasiuäsche Katalog Ausdruck gegeben hat. 
Neben Eigenthümlichkeiten der Rembrandüschen Schule 
zeigt sich in dem vorliegenden Bilde eine unverkennbare Nach- 
ahmung des Rubens, besonders in dem Mars und den Kindern; 
17'?
        

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