Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211688
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Die holländische Schule: 
F" 
Schüler und Nachahmer von Rembrandt. 
funden in einem grau in grau gemalten Bilde von Jan Lievensz, 
auf der er das Opfer rles Patriarcken Abraham abgebildet, doch 
ganz ungewöhnlich und ebenso eigenthümlich; nach Josephus 
I. 13., woselbst dieser sagt, dass, nachdem Gott das Vorhaben 
verhindert hatte, sie einander umarmten und küssten; was 
dieser grosse Geist sehr artig (wiewohl rauh) dargestellt hat, 
indem er den Brandaltar rauchen lässt, während sie einander 
umfassen." Meyer ist nun der Ansicht, dass Angels das hier 
vorliegende Bild gemeint hat; der Ausdruck aber „grau in grau 
gemaltes Bild" (graauwtje) ist doch so bestimmt, dass Angels 
mit demselben nicht die Vorstellung eines farbigen Gemäldes 
verbunden haben kann. Das graue Bild mag vielleicht ein 
Schornsteinstück gewesen sein, und da es Beifall gefunden, wie. 
Angels bezeugt, so mag es Lievensz in Farben wiederholt 
haben; letzteres Bild wird es gewesen sein, welches sich in 
Rembrandts Besitz befand und das jetzt hier vorliegt. Ueber 
Angels, der Maler und Radirer war, findet man noch Nach- 
richten bei Willigen (S. 68 ff. und 345.) und Vosmaer (2. Aufi. 
S. 159 und 160.). Das „Lof" selbst habe ich leider nicht zu 
Gesicht bekommen können. Selbst die Bibliotheken zu Leyden, 
im Haag, zu Brüssel u. s. w. besitzen das Werk nicht. 
Eine gelungene Kopie des vorliegenden Bildes von der 
Hand des Berliner Weitsch besitzt die dortige Akademie, und 
eine kleine, recht gute Zeichnung nach demselben in schwarzer 
Kreide, 1782 von C. Schröder gemacht, besitzt das herzogliche 
Museum selbst. 
Julius Hübner hielt dies Bild, wie auch noch mehrere 
andere der Sammlung, für ein Werk Murillds, worüber er 
sich im „Archiv f. d. zeichn. Künste" (1859. S. 17013.) ausführ- 
lich aussprach. Vergl. hier S. 172. 
Die Bemerkung des letzten Blasiuäschen Katalogs, dass in 
Dresden sich ein Studienkopf zu diesem Abraham befinde, 
kann nur auf einem lrrthum beruhen, denn es kann jedenfalls 
nur das dortige "Brustbild eines alfm Mannes mit grauem Ihm- 
und Bart" (N0. 1201.) gemeint sein, und dies hat keinen Schimmer 
von Zusammenhang mit dem Abraham.
        

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