Volltext: Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig (Bd. 2)

zu lesen, obwohl die 3 über allem Zweifel erhaben deutlich 
dasteht. Wenigstens ist die Jahreszahl 1658 im letzten Blasius" 
scheu Kataloge angegeben; in allen früheren Katalogen ist von 
der ganzen Bezeichnung nichts erwähnt. Dass aber jenesVor- 
urtheil nahe lag und berechtigt war, beweist die Thatsache, 
dass Vosmaer (S. 333.) das Werk etwa in das Jahr 1654 setzt. 
Wie dem nun aber auch sei, die Jahreszahl auf dem Bilde 
selbst ist 1638, und man muss entweder zugeben, dass 
Rembrandt bereits in dieser Zeit so breit gemalt habe, wofür 
sich allerdings auch ausserdem mancherlei anführen liesse, oder 
man muss schliessen, dass es mit der Jahreszahl nicht seine 
Richtigkeit habe. Zu dieser letzteren Ansicht wird eine genaue 
Betrachtung der ganzen Bezeichnung führen müssen. Denn 
diese regt doch recht ernstliche Bedenken an. Der Name 
„Rembrandt f." ist mit einer beabsichtigten Geläufigkeit und 
übertriebenen Schnelligkeit ganz breit hingeschrieben, aber die 
Farbe wollte auf dem Grunde nicht haften; statt gleichmässige 
Flächen zu bilden, ist sie griesig zusammengelaufen, so etwa 
wie wenn Fertiges auf Feuchtem haften soll. Ferner aber hat 
dicht unter dem Namen, unter den Buchstaben „bran", in 
kleineren Ziffern als die der jetzigen Jahreszahl sind, eine andere 
Jahreszahl gestanden, von der noch die beiden ersten Ziffern 
16 ganz deutlich erhalten sind, während die beiden hinteren 
Ziffern grossentheils durch die beiden vorderen Ziffern der 
Jahreszahl 1638 gedeckt werden. 
Erwägt man noch, dass die dünneren Stellen der Malerei, 
besonders das Gesicht und der Hintergrund sehr entstellt aus- 
sehen und theilweise sehr ungeschickt überrnalt erscheinen, 
dass aber die wohlerhaltenen pastoseren Theile der Darstellung, 
die in ihrem Körper selbst widerstandsfähiger sind, also be- 
sonders das Schulterblatt des Harnisches und der Helm mit 
dem Federbusche, eine grosse Gewandtheit der Pinselftihrung 
zeigen und auf des Meisters eigene Hand hindeuten: so wird 
man annehmen dürfen, dass das Bild ehedem stark gelitten 
habe, dass es wieder hergestellt sei und dass hierbei die Be- 
zeichnung erneuert worden sei, wobei denn die bedenkliche 3 
in die Jahreszahl gekommen sein muss. So wie sie jetzt dasteht, 
kann die Bezeichnung keinerlei Anspruch auf Echtheit erheben,
	        
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