Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211555
Rembrandt Harmensz van Rijn. 
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lässt sich nachahmen, was sich aber nicht nachmachen lässt, 
das ist der volle urechte Geist des Meisters. 
Ein ähnliches Ergebniss bietet ferner aber auch eine Ver- 
gleichung mit dem Dresdener Exemplare. Auch dies erscheint- 
durchgeistigter: die Empfindung ist inniger und unmittelbarer 
ausgedrückt, der ganze Vortrag überhaupt geistreicher. Aber 
auch sicherer in technischer Hinsicht erscheint dieser Vortrag, 
und in der Behandlung ist er breiter; Theile des hiesigen 
Bildes, namentlich der Oberkörper Christi mit dem Leintuch, 
fallen in dieser Hinsicht ganz besonders gegen das Dresdener ab, 
indem sie einen Mangel an Modellirung und Schattenbehandlung, 
eine Aengstlichkeit der Zeichnung und Pinselführung verrathen. 
So besitzt denn das Dresdener Bild in seiner Gesammterschei- 
nung die Eigenschaft einer grösseren Echtheit. Dieselben 
Stellen wie auf dem Münchener Bilde, rechts in der Mitte 
und links unten, sind auch dort sehr gedunkelt, so dass man 
im Vordergrunde kaum etwas bestimmt, namentlich die Winde 
mit dem Stricke nicht, erkennt. Der Goldton in der Luft wie 
in der Hauptgruppe hat etwas sehr Gediegenes. Aus diesen 
Vorzügen des Dresdener Bildes folgt jedoch nun noch nicht, 
dass dasselbe eine Originalarbeit Rembrandfs sei, vielmehr 
muss man anerkennen, dass es doch immerhin hinter dem 
Münchener Bilde zurücksteht. Auch fällt die Thatsache, dass 
die Bezeichnung des Gemäldes recht verdächtig und erneuert 
aussieht, doch sehr inls Gewicht. 
lst aber das Dresdener Exemplar kein Original, so ist es 
das hiesige erst recht- nicht. Und man wird deshalb mit um 
so vorurtheilsfreierem Blicke die Bezeichnung auch dieses 
letzteren betrachten können. Man wird dann bemerken, dass 
dieselbe ohne Zweifel von fremder Hand gemacht ist, denn die 
technische Erscheinung ist schwer und ängstlich und die letzten 
Buchstaben „and f " sind derartig ungenau gestaltet, dass man nur 
mit grosser Mühe sie zusammenbringt. Von der echten, wohl 
bekannten Schreibweise Rembrandts ist hier nichts zu ent- 
decken. 
Diese Ansicht, dass das hiesige Bild eine Wiederholung 
von fremder Hand sei, machte sich schon nach 1806 zu Paris, 
wohin dasselbe geschleppt war, geltend. Wir finden es bei 
Riegel II. I6
        

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