Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211287
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Die hol 
ländische Schule: 
Aehere Zeitgenossen von Rembrandt. 
III. 
Ueber das Leben und den Entwickelungsgang Uyten- 
broeckis ist man schlecht unterrichtet. (Vergl. Kramm. VI. 
S. 1663.) Die früheste Radirung von ihm ist mit dem Jahre 
1615 (Weigel N0. 67.) bezeichnet; sie zeigt die bestimmteste 
Nachahmung der Italiener und erläutert in diesem Betrachte 
die landschaftlichen Motive des vorliegenden Gemäldes, die 
deutlich auf Rom hinweisen. Im Jahre 1620 Ward Uytenbroeck 
Mitglied der Lukasgilde im Haag und im Jahre 1627 war er 
Dekan derselben. 1646 wohnte er auf der Kranestraet im 
Haag und 1650 wird seine Wittwe bereits in den Registern 
erwähnt. (Westrheene in der Kunstkronijk 1867. S. 83 und 86. 
S. auch Archief v. ned. kunstgesch. III. S. 262 und 271, und 
IV. S. 4.) In dem Befehlsbuche des Statthalters Friedrich 
Heinrich findet sich dann noch die Nachricht, dass er 1641 
für zwei Bilder 950 Gulden, 1642 für zwei andere  "Polllwza" 
und "Euwpez"  1200 Gulden und 1646 für einen „Orplzeus" 
850 Gulden erhalten hat. (Kunstkronijk. 1861. S. 38.) Seine 
Thätigkeit ist also durch die beiden Jahre 1615 und 1646 im 
wesentlichen bestimmt. Er dürfte bald nach 1590 geboren 
worden sein und er ist gegen 1650 gestorben. 
Das vorliegende mit 1627 bezeichnete Bild bezeugt auch, 
(dass sein Anschluss an Poelenburg, als dessen Schüler so- 
gar ihn einige Handbücher (z. B. Waagen, II. S. 82.) aufführen, 
in entscheidender Weise erst nach dieser Zeit erfolgt sein wird. 
Diese letztere Periode des Meisters veranschaulicht das zweite 
der hiesigen Bilder (N0. 496.), welches 1738 erworben wurde, 
in einer ganz treffenden Weise. Allerdings ist der Abstand 
beider Werke von einander ein sehr grosser, aber er wird 
vermittelt durch einige andere Gemälde Uytenbroecks, die 
einen Blick in den Entwickelungsgang des Künstlers gewähren. 
Dahin gehören zwei Bilder im Belvedere zu Wien (Grün. Cab. 
N0. 74 und  "Landschaften mit tanzenden fljrtm zmzl mit 
rwmpbezq" auf dem niedriger hängenden derselben (N0. 74.) 
liest man deutlich die Bezeichnung „Mosis Uyt Den Broeck." 
Die Landschaft ist da bei weitem weniger grün und das Ganze 
viel weniger hart und unruhig, als das hiesige "Bacalzzzsfestß" 
in den Figuren, besonders den Nymphen (N0. 75.) ist der be- 
ginnende Einfluss des Poelenburg deutlich zu erkennen. Die
        

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