Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211251
Adriaen van Nieuland. 
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der Kunsthalle zu Hamburg (No.  ein „Trazmz jaleoäs" 
von 1650 in Darmstadt (N0. 382.), eine "Landschaft mit einem 
Baczlzana!" von 1657 in Berlin (Waagen's Kat. N0. 684.) u. s. vv. 
Diese erhebliche zeitliche Trennung des Stückes von 1616 und 
der übrigen Bilder, die eine Gruppe von eigenthümlich be- 
zeichnender Kunstweise darstellen, muss in Uebereinstimmung 
mit den grossen künstlerischen Unterschieden, die Niemand 
verkennen kann, zu der Meinung führen, dass der Meister des 
Küchenstückes und derjenige, welcher zwischen 1640 und 1657 
Landschaften mit mythologischen und andern Figuren malte, 
zwei verschiedene Männer sind. 
Dem entgegen verdienen jedoch einige äussere Vermittlungs- 
punkte Beachtung. Wie aus der Unterschrift seines von Jan 
Meyssens im Jahre 1649 in Kupferstich herausgegebenen Bild- 
nisses (S. hier S. S.) hervorgeht, war Adriaen van Nieuland 
damals 59 Jahre alt, so dass er also 1590 geboren war; ferner 
wird daselbst gemeldet, dass er im Jahre 1607, also 17 Jahre 
alt, von Antwerpen nach Amsterdam ging, WO er bei P. Isacx 
und Fr. Badens die Malerei betrieb. Das Küchenstück, in- 
schriftlich 1616 zu Amsterdam gemalt, zeigt nun in der That 
einige vlämische Eigenthümlichkeiten der malerischen Behand- 
lung und ebenfalls die entschiedensten holländischen Züge in 
der Auffassung, besonders der knieenden Magd, wie in der 
Ausführung. Dies ausgezeichnete Gemälde würde also die Arbeit 
des sechsundzwanzigjährigen Adriaen van Nieuland sein, der 
schon in Antwerpen die Malerei getrieben und sich dann seit 
1607 in Amsterdam weiter ausgebildet hatte; und es stände 
äusserlich nichts entgegen, dass er im Alter von 50 bis 65 Jahren 
jene andern 3 Bilder gemalt habe. Dazu kommt, dass die 
Lücke jener 24 Jahre, aus denen nur jenes eine Gemälde von 
1633 bekannt ist, noch durch eine Nachricht erhellt wird, die 
Kramm (IV. S. 1197 und Anh. S. 113.) mittheilt. Im Jahre 
1623 wurde nämlich einem Adriaen van Nieuland von den 
Generalstaaten ein Patent bewilligt zum alleinigen Druck 
eines Kupferstiches „zumLob und Preis des freien Niederlandes 
und des durchlauchtigen Prinzen von Oranien" für die Dauer 
von fünf Jahren. 
So wäre denn allerdings eine Reihe von Jahreszahlen fest- 
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