Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211182
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Die holländische Schule: 
III. 
Aeltere Zeitgenossen von Rembrandt. 
Verschmelzungen zeigen sich: aber der Vordergrund ist noch 
bunt und hart. Vergleicht man aber unter dem dargelegten 
Gesichtspunkte dies Bild mit dem neun Jahre älteren „Orlysseu:," 
so wird man erkennen, um wie viel reifer und klarer_ der 
Meister in seinen künstlerischen Zielen geworden war. Dies 
verhinderte ihn jedoch nicht auch fernerhin noch Gegenstände 
im offenen Raume ohne geschlossene Stimmung zu malen. Als 
Beispiel darf hier an die veränderte Wiederholung des „Ozz'yssezzs" 
vom Jahre 1619 in Augsburg (N0. 143; abgeb. in der Gazette 
d. b. arts. 1878. Febr. S. 130.) erinnert werden. Doch zeigt 
auch das vorliegende Bild eine grosse Weiterentwickelung. In 
der Einzeldurchführung ist Alles reifer geworden. Zwar er- 
scheinen die Schatten, besonders in dem nackten Odysseus noch 
hart, aber es zeigen sich auch glückliche Versuche von Halb- 
schatten. Besonders auffällig tritt in diesem Bilde die Mischung 
von akademischen Zügen, wie sie in der Wahl des Gegenstandes, 
dem Styl der Gewänder und anderen Dingen wahrzunehmen 
sind, mit dem zur Herrschaft gelangenden Naturalismus hervor. 
welcher veredelt wird durch eine glückliche Farbenstellung 
und bedeutende Ansätze der späteren Stimmungsmalerei. 
Die in früheren Katalogen angegebene Jahreszahl 1613 in 
der Bezeichnung des „Da'vz'd" ist falsch; es ist deutlich und 
ohne allen Zweifel 1618. Die oben abgeplattete 8 istdieselbe 
wie auf der "Flzzrlz! nur]; biegjyßtevz" von 1608 in Rotterdam. 
(N0. 145.) 
Der "ffinrlervlorzl" (N0. 449.) ist nicht bezeichnet, allein 
wenn man den mangelhaften, zum Theil äusserlich gemachten 
Ausdruck vieler Köpfe, im Vergleich mit späteren Arbeiten 
des Meisters, beachtet, so wird man es für ein jüngeres Werk 
Lastman's halten müssen. Auch die malerische Behandlung, 
namentlich die an einigen Stellen auffällig angebrachten Halb- 
schatten, welche aus der Schule des Cornelius von Haar- 
lem herstammen, und das Braun im Vordergrunde, welches der 
vlärnischen Schule entlehnt ist, spricht hierfür. Man möchte 
das Bild in die erste Zeit des römischen Aufenthaltes setzen. 
Es ist, nach Ausweis des handschriftlichen Verzeichnisses von 
1744 im Jahre 1738 gekauft worden, und es wird jedenfalls 
ein echtes Bild Lastman's sein. Allerdings spricht E. Michel
        

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