Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211177
Lastman. 
Pieter 
f. 
203 
brandt als von Guerin. Rembrandt fand bei ihm nichts zu 
holen, wenn nicht vielleicht gewisse Anfänge zur Abstufung 
der Schatten." Seine Bilder nennt Burger „kalte Nachahmungen 
der Italiener." Lastman gehört allerdings der akademischen 
Gruppe innerhalb der holländischen Schule an, aber seine 
Stellung entspricht nicht der des Otto Venius, sondern mehr 
der des Adam van Noort innerhalb der vlämischen Schule. 
Doch setzt sich seine künstlerische Erscheinung aus zahlreichen 
Einflüssen zusammen. Auf dem Boden der Schule des Cor- 
nelius von Haarlem erwachsen, strebte er in der Behandlung 
der Landschaft den Brabantern nach, ohne jedoch sein hollän- 
disches Naturell, welches von einem besonders glücklichen 
Naturgefühl getragen wurde, zu verleugnen. Dann kamen 
die Einwirkungen in Italien: Elsheimer, die Kunstwerke 
R0m's, die Akademiker und Naturalisten, namentlich Cara- 
vaggio selbst. Alle diese Einflüsse lassen sich in Lastmaifs 
Werken erkennen. Aber darin, wie er sie zusammenfasste und 
wie er endlich bestimmte neue Gedanken malerischer Auffassung 
verwirklichte, liegt seine kunstgeschichtliche Bedeutung. Last- 
man suchte geschlossene Stimmungen, einseitige scharfe Licht- 
wirkungen, ausgebildete Schattenanlagen und sogar Reize des 
Helldunkels darzustellen. ln diesem Betrachte ist er also 
wahrlich der Vorläufer von Rembrandt. Aber freilich Rem- 
brandt ergriff diese Gedanken mit der ganzen schöpferischen 
Kraft seines Genius und stellte vollendete Meisterwerke hin. 
Diese darf man bei Lastman nicht suchen, wohl aber soll man 
in seinen Werken das erste klare Auftreten der neuen Ge- 
danken, das bewusste Streben nach jenem Ziele erkennen. 
Hierzu mag das vorliegende Bild N0. 448 „Daw'd im 
Taufe!" von 1618 als ein günstiges Hülfsmittel sich besonders 
darbieten. Zwar würde hierzu die ,.Clzrisizzarlzt' von 1629 in 
Haarlem (No. 82.) sich noch unmittelbarer eignen, da sie in der 
That gleichsam ein Rembrandt noch im Rohen ist, aber der 
,.Dizzu'zl" von 1618 lehrt, dass Lastman zu einer Zeit, als Rem- 
brandt noch ein Knabe von zehn oder elf Jahren war, schon 
jenen Gedanken verfolgte. Die einheitlich geschlossene Ge- 
sammthaltting ist bereits im Hintergrunde durchgeführt, das 
von links einfallende Licht ist da, Anfänge von Schatten-
        

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