Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211047
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Die holländische Schule: 
Die Utrechter Schule. 
N0. 729. „Walrllandsrlzaj't 
Zuzrlende Nymphen."  Be_z. etwas 
nach unten: 
E, 
mit einem Gezeliisser; 
l. von der Mitte, ziemlich 
Von I-Ioubraken (I. S. 129.) wissen wir, dass Jan van der 
Lys oder, wie er schreibt, Joan vander Lis aus Breda stammte 
und einer der vornehmsten Schüler von Poelenburg war. 
Weiteres wusste auch Descamps (II. S. 61.) noch nicht, doch 
reihte er ihn unter das Jahr 1600 ein, wonach sehr vermuthlich 
verschiedene Handbücher sein Geburtsjahr mit 1600 angaben. 
Nach Pilkington, lmmerzeel und Andern soll er 1657 zu Rotter- 
damm gestorben sein; im handschriftlichen Verzeichnisse von 
r744 ist vermerkt, dass er zu Utrecht starb. Von diesem 
Meister ist, wie auch Houbraken schon bestimmt thut, ein an- 
derer Johann oder Jan Lis, Lys oder van der Lys aus 
Oldenburg, der den Bentnamen Pan trug und 162g in Venedig 
starb (Sandrart lI. S. 314.), und ein Dirk van der Lis, der 
Maler und Schöffe, später auch Bürgermeister im Haag war, 
(Houbraken I. S. 244. II. S. 231. Archief. v. nederl. Kunstgesch. 
IV. S. 59 ff.) zu unterscheiden. Neuerdings nun hat A. Bredius 
(Nederl. Kunstbode 1881. S. 196.) die Behauptung aufgestellt, 
dass die Werke, und darunter auch die vorliegenden, welche 
den Namen des Jan oder Joan van der Lys tragen. dem Dirk 
zugehören. Sein Grund ist der, dass in der Terwesterfschen 
Handschrift (Kramm IV. S. 997.) unter den Werken des Dirk 
ein „Lo!l1 mi! seinen Täclzlern" angeführt wird, und da nun in 
Schwerin ein Bild dieses Gegenstandes unter dem Namen des 
Jan vorkommt, so muss dies mit jenem Gemälde einerlei sein; 
da ferner dies Schweriner Stück das oben mitgetheilte Zeichen 
trägt, so müssen alle Bilder, welche das gleiche Zeichen haben, 
auch von Dirk herrühren. Der Schlüssel dieser Schlussfolgerung 
ist, wie man sieht, die Annahme, dass der Schweriner „Latl1" 
dasselbe Bild sei, welches von Terwesten erwähnt wurde; diese 
AJlllklhme aber ist, wie mir scheint, nicht genügend gestützt, 
um ein Dutzend Werke, welche nach der Ueberlieferung den 
von I-Ioubraken ganz bestimmt hingestellten Namen Jan van 
der Lys tragen, diesem abzusprechen und dem Dirk zuzu-
        

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