Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1211019
Jan van Bronchorst. 
187 
sich, dass Jan Gerritsz. van Bronckhorst in den Jahren 1665 
bis 1667 Obmann war, dass er aber am 25 Juli dieses letzten 
Jahres sein Amt niederlegte, „omdat hy niet meer schilderde." 
Die Aufklärungen, welche hier zu begehren sind, werden 
dadurch erschwert, dass der Name Jan van Bronckhorst 
mehrfach, nicht bloss in den nördlichen, sondern auch in den 
südlichen Niederlanden (s. z. B. Mess. d. sciences hist. 1878. 
S. 317. 322.) vorkommt, und dass man nicht immer ersehen 
kann, 0b er sich auf einen Maler bezieht oder nicht. Ein 
Maler Jan van Bronckhorst aus Amsterdam hat daselbst 1638 
im Alter von 20 Jahren Hochzeit gemacht; er war also 1618 
geboren und ist demnach nicht mit dem Utrechter Meister, 
wie Havard (L'art et 1. art. holl. II. S. 187.) geneigt ist, zu ver- 
wechseln, da dieser nach dem de Bie'scl1en Berichte Anfang 
der zwanziger Jahre bereits erwachsen und, wie es scheint, 
selbständig war. Auch ist er nicht mit jenem Johannes 
Bronkhorst zu verwechseln, der 164.8 zu Leyden geboren war, 
seit 1670 zu Hoorn lebte und 1718 noch am Leben war. 
(Houbraken Ill. S. 31 und 242.) Bei solchem häufigerem Vor- 
kommen des Namens wäre es am Ende doch sehr möglich, 
dass zwei oder drei Maler, die Jan hiessen und Söhne eines 
Gerrit waren, gleichzeitig zu Utrecht und Amsterdam gelebt 
hätten. Aber, wie gesagt, die Verhältnisse erscheinen mir noch 
ziemlich dunkel. 
Ueber die Glasmalereien, die Jan Gerritsz in Utrecht und 
Jan in Amsterdam gemacht haben, bringen Kramm und 
Scheltema urkundliche Mittheilungen bei. 
Von den vorliegenden Bildern ist das „Sclzi{fercwzcert", 
N0. 508, noch etwas unreif; es wird jener Zeit angehören, wo 
Jan van Bronchorst, wie es unter seinem Selbstbildnisse im 
Gulden-Cabinet heisst, „ohne irgend guten Unterricht, durch 
seinen grossen F leiss" allein sich ausbildete, also, im Hinblick 
auf Sandrarfs Mittheilungen, der Zeit um 1625 bis 1630. Die 
beiden andern Stücke, deren eines mit 1644 bezeichnet ist, 
zeigen ihn als fertigen Meister. Seine Kunstart lehnt sich an 
die der Utrechter Meister, besonders an den Vorgang von 
Abraham Bloemaert und Jan van Bylert.
        

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