Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1210825
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liindische Schule: 
Die hol 
Die Utrechter Schu 
Diese eigenthümliche Richtung zeigen jedoch nicht alle 
seine Werke. Denn z. B. die grosse gr-äluferizzlerkzzrzgrdes Lazarur" 
von 1607 in München (N0. 187.), die als ein sehr bedeutendes 
Werk der akademischen Schule erscheint, zeigt ihn noch auf 
andern Wegen. Das Bild ist ziemlich koloristisch entwickelt, 
und lässt in Hinsicht auf die Haltung und Stimmung der 
Farben einen Einfluss der WVerke des Otto Venius vermuthen; 
dem widerspricht nicht, dass eine knieende Weibliche Figur, 
rechts im Bilde, nach Rafael gemacht ist. Die Durchführung 
im einzelnen, besonders im Nackten, ist durchaus tüchtig. Es 
wird sich nicht entscheiden lassen, ob dies Bild überhaupt eine 
frühere Periode des Meisters veranschaulicht, oder 0b es nur 
als eine Folge einzelner Atlregttngen und als eine mehr vorüber- 
gehende Erscheinung aufzufassen ist. Die geschilderte eigen- 
thümliche Art des Abraham Bloemaert war zu dieser Zeit 
bereits vorhanden und geachtet, wie die in folgendem (S. x71.) 
sogleich anzuführende vaizzlzetzrxzg des Clzriszfeixzzler" von Uytewvael 
aus demselben Jahre 1607 darthut. Aber es bleibt die Frage, 
ob dieselbe von der Schule überliefert oder von Bloemaert 
selbständig gebildet war. 
Was den inneren Gehalt, die Beseelung und Durchgeistigung 
der Gemälde des Abraham Bloemaert anbetrifft, so werden 
sie da nur einen mittleren Rang beanspruchen können; aber 
dennoch haben dieselben auch in diesem Betrachte einen 
eigenthümlicheit Charakter und eine gewisse Anziehungskraft, 
besonders wenn sie unter geschichtlichem Gesichtspunkte ge- 
würdigt werden. Ganz hervorragend aber erscheint die Viel- 
seitigkeit des Meisters. Alle Zweige der Malerei vom Madonnen- 
und Heiligenbild bis zum Stilleben hat er behandelt, und selten 
wird man nur sagen können, dass er dabei ganz unglücklich 
war; oft ist ihm selbst das rein Idealistische nicht übel ge- 
Jungen. 
S0 erscheint denn das Urtheil Burget-"s (I. S. 284.) über 
die beiden Bilder des Meisters im Haag, wjfiffßlllölltäf um! 
Alalmzta" (N0. 13.) und die wfforlzzeiz des Pcleus" (N0.  mit 
denen die hiesigen in der ganzen Erscheinungsvveise stimmen, 
doch sehr hart, einseitig und unzutreffend: „es lohnt nicht der 
Mühe, sich bei diesen nichtssagenden Malereien aufzuhalten."
        

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