Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1210736
Comelis Comelisz. 
van Haarlem. 
159 
Schule schieden. Auch die Vielseitigkeit des Meisters in Bezug 
auf Erfindung ist nach dem Verhältniss seiner Zeit und seines 
Volkes nicht gering zu schätzen. 
Dagegen fällt auf, dass er sehr häufig dieselben oder doch 
ganz ähnliche Motive wiederholt, woraus man auf die mehr- 
malige Benutzung einmal gemachter Naturstudien schliessen 
muss. Schon die Betrachtung der vorliegenden Bilder und 
einer Anzahl von Stichen nach Cornelius von Haarlem liefert 
hierfür die Beweise. Karel van Mander (S. 2062.) spricht von 
einem „goldenen Zeitalter", das vor 1604 entstanden war, und 
von einer "Simaßatlz" im grossen Maasstabe. Beide Gegenstände 
kommen auch unter den hiesigen Bildern vor und auch dies 
spricht für die Neigung des Meisters zu Wiederholungen. 
Das älteste der vorliegenden Bilder ist die "Söftuaßatlz" von 
1592; es zeigt gewisse Nachahmungen des Michelangelo, zahl- 
reiche Züge von beabsichtigten Schwierigkeiten, besonders in 
den Verkürzungen und bewusste malerische Absichten in 
Bezug auf das Helldunkel und die Vertheilung von Licht und 
Schatten überhaupt. Mit diesem Bilde stimmen besonders der 
nßozdernzord" von 1590 in Amsterdam (N0. 105.) und derjenige 
von 1591 im Haag (N0.  sowie „Adam und Eva" von 1592 
in Amsterdam (N0. 106.) überein; auch die "Errielzfzlrzg der ehernen 
Selzlange" von 1597 in Darmstadt (N0. 285.) zeigt manche genau 
verwandte Einzelheiten. Das Bild „Vemes und Amor" von 1610 
erinnert in der Behandlung sehr an einen Jugendlichen Barelzus" 
von 1607 in Rotterdam (N0. 98.) und das nwezßlteize Bzldnzlts" im 
Provinzial-Museum zu Hannover (N0.  Das grosse Bild, 
„das goldene Zeitalter" von 1615, das Hauptwerk unter den hier 
vorliegenden, hat wieder bedeutende Beziehungen mit der 
„H0t'lzzez't des Pelezzs" im Haag (N0. 192.), die bereits vor 1604 
entstanden ist; es zeigt sich eine genaue Uebereinstimmung 
in Gestalten, Köpfen und Bewegungen, doch hat das Haager 
Bild wohl noch mehr Züge eines bedeutenden Strebens nach 
malerischer Vollendung aufzuweisen. Von dem Bilde N0. 4.4.1 
„Venus und Adonis" besitzt die gräflich N0stitz'sche Gallerie 
zu Prag (N0. 54.) eine alte Kopie von unbekannter Hand. Und 
N0. 4.43 "Demokrii und Iferaktit" dürfte wohl das Bild sein,
        

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