Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1210709
156 
Die 
holländische Schule: 
Meister des XVI Jahrhunderts. 
sehr entschiedene Abweichungen von den vorliegenden beiden 
Bildern bezeichnen. Immerhin dürfte der Meister der letzteren 
ein Zeit- und Landsgenosse der beiden Aertsen sein; der 
ältere Pieter Aertsen war 1507 geboren und starb 1573, der 
jüngere kam 1541 zur Welt und starb 1603. Die Zeit von 
1560 bis 1573 ist also beiden als selbständigen Künstlern ge- 
mein, und in diese Zeit dürfte wohl auch das grössere der 
hiesigen Stücke gehören, während das kleinere früher zu setzen 
ist. Die beiden Aertsen gehören nach Amsterdam und diese 
Stadt oder einer der benachbarten Orte ist ohne Zweifel auch 
der Schauplatz der Thätigkeit des unbekannten Sittenmalers, 
der hier in Rede steht. 
Kunstgeschichtlich ist derselbe vorzugsweise deswegen von 
Bedeutung, Weil er in sehr entschiedener Weise, wenn auch 
noch in unbeholfener Ausführung, das Element der Schatten- 
behandlung, als malerisches Mittel im Sinne der späteren 
holländischen Kunst, betont. Auch hinsichtlich der Naturauf- 
fassung und Charakteristik nimmt er eine sehr erhebliche 
Stelle ein. Uebrigens bemerkt man in Bezug auf Auffassung 
und Zeichnung einige Züge, die in sehr bestimmter Weise an 
Holbein erinnern. Das vorliegende grosse Mahl ist ohne 
Zweifel sein Hauptwerk. 
Nach 
Hendrik Goltzius, 
1558- I 6 1 7. 
428. 
7107 
"Christus 
Pilatus." 
Das Bild ist nach dem Blatte No. 5 vom Jahre 1596 (Bartsch, 
N0. 31) der H. G oltziuslschen "Passion" gemalt, jedoch erreicht 
es das Original an Bestimmtheit und Tiefe des Ausdruckes bei 
weitem nicht. Ein Bild nach dem Blatte No. 6 der Passion 
von derselben Hand gemalt beündet sich in der Gallerie zu 
Berlin (Waagelfs Kat. No. 724.), doch ist es neuerdings zurück- 
gestellt und im Meyer-Boddschen Kataloge nicht verzeichnet 
worden.
        

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