Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die niederländischen Schulen im herzoglichen Museum zu Braunschweig
Person:
Riegel, Herman Herzogliches Museum <Braunschweig>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1210698
Monogrammist S. I. A. M. L. V. 
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kennt, die unzweifelhaft von demselben Künstler herrühren, 
und da er in allen diesen Werken sich als ein eigenthümlicher 
und bedeutender Meister darstellt. 
Er liebt es vorzugsweise liederliche Vorgänge, Wirthshaus- 
gelage und ähnliches mehr zu schildern und zwar in einer 
Behandlung, die in Bezug auf Formengebting, Typen, Hal- 
tungen, Schattenanlage und zum Theil auch in Bezug auf 
Töne und Farben eigenartig und sehr bezeichnend ist; ganz 
besonders sind in diesem Betrachte die schmutzigen Schatten- 
töne, die auf dem grossen Bilde sich so entschieden zeigen, 
hervorzuheben. Doch bemerkt man verschiedene Abstufungen 
in der Ausführung. Das hiesige Bild N0. 429 dürfte besonders 
wegen einer gewissen Unbeholfenheit in der Zeichnung und 
im Ausdruck des Frauenzimmers noch einen früheren Ent- 
wickelungsstand bezeichnen, während z. B. das Bild im Stä- 
dePschen Institut zu Frankfurt wlanzlskneclzfe mit Frauenzimmemi, 
(No. 116.) ganz erheblich geistreicher und feiner durchgeführt 
und auch tiefer in den Farben gehalten ist. Diesem Städel" 
schen Bilde steht ein Stück im Berliner Museum "Ausgelassene 
Gesellsrlzaft" (No. 558.) nahe, während wieder eine ußsclzgesell- 
sclzaft" in der städtischen Sammlung zu Frankfurt (No. 199.) 
weniger fein als die letzteren Bilder erscheint und diesen zeit- 
_lich vorangehen dürfte. Alle diese, wie auch noch einige 
Werke an andern Orten besitzen die oben angegebenen Eigen- 
schaften mehr oder weniger bestimmt und deutlich, und es 
kann kein Zweifel bestehen, dass sie alle von einem und dem- 
selben Meister herrühren. 
Einige Kunstfreunde waren der Meinung, dass dieser 
Meister einer der beiden Pieter Aertsen, Vater und Sohn, 
sein dürfte, doch hat diese Annahme allzu grosse Bedenken. 
Manche Züge kommen wohl in Bildern dieser Meister vor, 
die mit den vorliegenden Gemälden eine Verwandtschaft zeigen, 
Wie namentlich die „Kreuzzgungen" in Antwerpen (N0. 2.) und 
in Berlin (No. 726.) von der Hand des Vaters Pieter Aertsen, 
genannt der lange Pier, oder die nfiinglinge im feurzgen Ofm" 
zu Haarlern (No. 1.) von der Hand des Sohnes Pieter Pietersz 
Aertsen darthun. Aber diesen verwandten Zügen stehen in 
den Werken der beiden Aertsen andere gegenüber, welche
        

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