Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206118
lung und Gage: 
mrstel 
xstand. 
bundene Langsamkeit der Arbeit. An einem Besenstiel, wie 
ein Fingernagel gross, malte Dow Tage lang; eine Frau von 
Spiring musste ihm fünf Tage sitzen, nur zur Untermalung 
der einen Hand. Sandrart meint, dass er „durch solche 
Langsamkeit den Leuten alle Lust zum Sitzen benommen" 
habe, und dass den Bildnissen derselben unter solchen Um- 
ständen das „höchstnöthige wahre Leben" fehle. Und deshalb 
Seien denn auch die Darstellungen todter Gegenstände ver- 
gleichsweise noch viel bewunderungswtirtiiger, weil man da 
das fehlende wahre Leben eben nicht vermisse. 1) Was heisst 
das schliesslich Alles anders, als dass man, das Dichterwort 
Wandelnd, hier auch sagen könnte: "der Vortrag macht des 
Malers Glück!" 
Auch ist dies Verhältniss weiterhin nicht aus den Augen 
verloren worden. So gab demselben z. B. Georg Forster 
vor beinahe hundert Jahren mit Bezug auf Gabriel Metsu 
einen treffenden Ausdruck. Er beklagte, dass dieser sein 
grosses Talent nicht gaufedlere Gegenstände atlgewendet hätte f" 
und er fuhr dann fort, indem er auf die wunderbare Darstellung 
VOR Stoffen und Kleidern bei Metsu anspielt: „Allein das 
Schicksal, welches ihm diesen beneidenswerthen Pinsel verlieh, 
fesselte seine Einbildungskraft an einen Kleiderschrank oder 
legte den malerischen Bildungstrieb in die Seele eines 
Schneiders"). 
Auch die Darstellungen ganz unbedeutenden Inhaltes, die 
Stilleben und Blumenmalereien, die oft ganz bewunderungs- 
würdig in ihrer Art sind, veranschaulichen die Thatsache, dass 
der Gegenstand an sich jenen holländischen Künstlern Neben- 
Sache war, dass ihr eigentlicher Zweck der malerisch vollendete 
Vortrag war. Und in dieser Richtung haben sie allerdings 
mehr erreicht als irgend eine Zeit vor oder nach ihnen. Einer 
gleichen Vollendung des malerischen Vortrages als solchen, 
und zwar in seinen verschiedenen Arten als feiner und breiter 
Malerei, kann sich keine andere Zeit rühmen.- 
-AL1ch grössere Bilder zeigen dieselbe oder eine ähnliche 
L 
Teutsche Akademie II. S. 321. 
Ansichten vom Niederrhein etc. 
312. 
Berlin 
1791.
        

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