Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205952
Rembrandt  
Gegens. z. d. vläm. Biidnissmalerxm 
Die Schütter- 
u. Regentel 
lstücke. 
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bis in ihre feinsten Züge ganz erschöpfend darzustellen, lehrt 
besonders auch ein Vergleich seiner Selbstbildnisse mit denen 
anderer Meister, eines Rubens, eines van Dyk, die ihm doch 
örtlich und zeitlich nahe stehen. Diese Männer sind in allen 
ihren Selbstbildnissen immer sie selbst, gewissermassen typisch, 
Rembrandt ist immer ein Anderer. Dort ist immer noch 
ein gewisses stylistisches Prinzip wirksam, ihn leiten ausschliess- 
lich die Elemente der Charakteristik und Stimmung. Will 
man diesen Unterschied in der vlämischen und" holländischen 
Bildnissmalerei weiter verfolgen und den bestimmenden Grün- 
den desselben nachforschen, so wird man sich allerdings vor 
verwickelte Verhältnisse gestellt sehen, deren Darlegung sehr 
weitschichtig wäre. Ich darf mich deshalb auf die kurze 
Andeutung beschränken, dass dieser Unterschied zum Theil in 
dem verschiedenen Charakter der dargestellten Persönlichkeiten 
liegt, besonders insofern als diese Vlamen oder Holländer 
sind, denn der holländische und der vlämische National- 
charakter trennten sich damals in einschneidender Weise,  
zum Theil in der verschiedenen Kunstrichtung, Welche die 
vlämische und die holländische Schule verfolgten. Weiter zu 
gehen, ohne ausführlich zu sein, müsste allzu leicht zu Miss- 
verständnissen führen, und zu einer ausführlichen Untersuchung 
ist hier der Anlass nicht gegeben; wir verlassen also diesen 
Gegenstand. 
Nicht allein das einzelne Bildniss oder die Bildnisse von 
Ehepaaren, von Brüdern, wie wir deren etwa im Haag in 
ausgezeichneten Beispielen antreffen, waren der Gegenstand 
dieser Darstellungen; auch die Bildnisse ganzer Genossen- 
schaften, auf einer Leinwand vereinigt, wurden häußg gemalt. 
Das sind die berühmten Schütter- und Regentenstücke, die 
man nirgend anders als in Holland selbst kennen lernen kann, 
in Sammlungen, in Rathhäusern, in Krankenhäusern und an 
anderen Orten. Eine ausführliche Untersuchung über diese 
merkwürdigen Werke geben wir weiter unten in dem hier 
zunächst folgenden, besonderen Aufsatze. Wie verschieden 
auch die Zusammenstellung dieser Malereien sein mag, ihr 
künstlerischer Schwerpunkt liegt fast ausnahmelos in der 
treffenden und charakteristischen Wiedergabe der einzelnen
        

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