Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205867
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Zu 
Natur und Geschichte der 
holländischen Kunst. 
Farbe und Farbenstimmung hat. Und sie erscheinen ganz 
besonders bestimmt auch in denjenigen Malern, welche sich, 
im weiteren Verlaufe des sechszehnten Jahrhunderts, für ihre 
Bestrebungen die italienische Malerei zum Vorbild nahmen: 
Schoreel, Heemskerk, Cornelius von Haarlem, Heinrich 
Goltzius und Andere. Diese Männer standen kunstgeschicht- 
lich auf demselben Boden wie ihre vlämischen Genossen, mit 
denen sie ja auch durch Sprache und Nationalität, wie gemein- 
same Staatsangehörigkeit damals eng verbunden waren, aber 
ihre Werke zeigen dennoch bedeutende und folgenreiche 
Unterschiede. 
Der mittelalterlichen Malerei, die in den Niederlanden 
durch die Eycläs und deren Schule sich so ruhmvoll entfaltet 
hatte, war, dem Laufe der allgemeinen Geschichte entsprechend. 
der innere Gehalt und damit die wahre Lebensquelle verloren 
gegangen, während andererseits die glänzende Sonne der 
Kunstübung in Italien alle Blicke dahin zog und die Maler zur 
Nacheiferung auiforderte. So, begegneten sich äussere Ein- 
Hüsse mit inneren Zuständen. Die Folge war, dass die nieder- 
ländischen Künstler  ebenso wie es die deutschen gethan 
hatten: Holbein, Penz, die Beham's und Andere  sich die 
italienische Kunst zum Vorbilde nahmen und den Styl derselben 
in ihren eigenen Werken anzuwenden sich bemühten. Wir 
haben diese Bewegung schon in dem hier voranstehenden Auf- 
satze darzulegen und zu würdigen gesucht, dabei auf jene Unter- 
schiede hingewiesen und auch bemerkt, wie die holländische 
Kunst aus ihrer Natur heraus, gleichsam wie von selbst, sich half, 
um aus den Uebertreibungen und Unwahrheiten, in die sie 
gerathen war, sich zu befreien. 
Schon in manchem der Werke dieser akademischen Schule 
war bereits die Richtung angedeutet, in welcher auf einen 
neuen, eigenthümlichen Weg eingelenkt werden konnte. Diese 
Hindeutung wird zu einem offenkundigen Bekenntnisse, wenn 
man die Werke einiger Maler beachtet und würdigt, welche 
Zeitgenossen jener Meister waren, die aber die Nachahmung 
der Italiener nicht theilten sondern in anderer Weise arbeiteten 
und strebten. Das sieht man schon auf ein paar Bildern des 
Jan Mostaert (1474-1555) von Haarlem, dem älteren Zeit-
        

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