Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205828
Zur Natu! 
1d Geschichte der 
ländishcen Kunst. 
grösstentheils während oder bald nach den Urlabhängigkeits- 
kriegen in vielen Städten entstanden, namentlich die im Haag, 
Delft, Leyden, Nymwegen, Alkmar und einige andere; sie zeigen 
eine ganz tüchtige Anwendung der baukünstlerischen Formen 
der damaligen Zeit und eine hübsche Gesammtwirkung, be- 
sonders in malerischer Hinsicht. Auch einige ältere Werke 
sind in letzterer Beziehung nicht übel, wie z. B. die 
alte Waage in Amsterdam, die Rathhäuser in Gouda, Middel- 
burg und Haarlem und vielleicht noch ein paar andere Denk- 
mäler. Aber die Kirchen, in denen man am ehesten die 
frühere baukünstlerische Leistungsfähigkeit eines Volkes er- 
kennen muss,  sie sind gerade am wenigsten geeignet, die 
Holländer als grosse Baukünstler auszuweisen: Es ist auf- 
fallend und beachtenswerth, dass die Holländer bei ihren kirch- 
lichen Bauten nicht nach wohlgegliederter Raumgestaltung, 
nach baukünstlerischer Durchbildung und Schönheit strebten, 
sondern fast ausschliesslich nach einer übertriebenen Gross- 
räunzigkeit. In fast allen ihren Städten treten Einem diese im 
nüchternsten Backsteinbau dastehenden Riesen entgegen, die 
fast keinerlei andern Vorzug haben, als den ihrer Grösse, 
weshalb sie denn auch sehr bezeichnend fast immer „de groote 
kerk" genannt werden. Solche Riesenkirchen besitzen Haarlern, 
Leyden, Alkmar, Rotterdam, Delft, Gouda und andere Orte. 
Mannigfaltiger und reicher erscheint die baukünstlerische 
Thätigkeit sogleich, wenn man die Grenzen des eigentlichen 
Holland, der jetzigen Provinzen Nord- und Süd-Holland, in 
der Richtung auf das deutsche Hinterland überschreitet, und 
namentlich hat man noch jetzt Gelegenheit, sich hiervon in 
Utrecht zu überzeugen, wo Baukunst und Bildnerei schon in 
den Zeiten des romanischen Styles mit Glück ausgeübt wurden, 
wo die Gothik in dem stattlichen Dome ihr Hauptdenkmal auf 
nordniederländischem Boden besitzt. Jene älteren romanischen 
Bauwerke lassen eine enge Anlehnung an die Kunst des 
Niederrheins erkennen, ebenso wie der Dom eine enge Ver- 
wandtschaft mit dem Dome zu Köln zeigt. Diese Werke be- 
zeichnen also einen Zeitabschnitt, wo Utrecht mit Deutschland 
noch eng zusammenhing, auch in kulturlicher und künst-
        

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