Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205812
Um die holländische Kunst richtig zu verstehen, wird man 
Holland kennen müssen,  nicht: bloss das Land in seiner 
eigenthtimlichen Natur, auch das Volk in seinem Leben, seiner 
Kultur, seiner Geschichte, seinen Eigenthümlichkeiten. Man 
wird einen Zusammenhang zwischen dem Lande und Volke, 
wie sie sind und geschichtlich wurden, und den Werken der 
alten Meister linden. Wer jedoch nach solcher Belehrung 
strebt, muss sich gewöhnt haben, die Dinge unter künstleri- 
schem Gesichtspunkte zu betrachten, muss sein Auge für die 
Züge der Schönheit in Natur und Leben geweckt, seinen Geist 
für die Verknüpfung von Thatsachen, zum Zwecke der För- 
derung höherer Wahrheiten, geübt haben. Einem solchen 
Beobachter wird von Tag zu Tag die Erkenntniss deutlicher 
und fester werden, dass zwischen den Kunstwerken, die er in 
den Sammlungen sieht, und den Erscheinungen, die ihn sonst 
in Stadt und Land umgeben, sowie den Ereignissen oder 
Thaten, von denen die Bücher der Geschichte dieses Volkes 
uns berichten, eine sehr innige Wechselbeziehung obwaltet, 
deren Würdigung nach beiden Richtungen gegenseitig Auf- 
schlüsse giebt und das Verständniss fördert. 
Wenn man von holländischer Kunst redet, so ist dies fast 
ganz gleichbedeutend mit Malerei; denn die holländische Kunst 
ist im wesentlichen Malerei. Baukunst und Bildhauerei 
haben in der Geschichte der holländischen Kunst nur eine 
vergleichsweise sehr geringe Bedeutung, und die Denkmäler 
beider, die noch vorhanden, sind hierfür sprechendes Zeugniss 
und unmittelbare Bestätigung. Die anziehendsten und merk- 
Würdigsten Bauwerke sind ohne Zweifel die Rathhäuser, welche
        

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