Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205539
M arten de Vos. 
Lambert van Noort. 
Die Claeyssens. 
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gestellten Haupttiguren oft überfüllt, die Farben sind meist 
etwas bunt, das Fleisch in den hellen Tönen immer kalt und 
kreidig, aber das Ganze hat doch stets einen bestimmenden 
Zug von Gediegenheit, und die Köpfe sind entweder gesunde 
Charakterköpfe oder gelungene Idealtypen, so dass alles in 
allem die guten Eigenschaften sich sehr bedeutend geltend 
machen. Die grosse Erfmdungskraft, die stylistische Bedeutung 
und die zeichnerische Tüchtigkeit des Martin de Vos wird 
man aber vornehmlich aus den zahlreichen, nach ihm gefertigten 
Stichen erkennen. 
Ein Altersgenosse von Floris war Lambert van Noort 
(etwa von 1520-1571), der Vater Adam van Noorfs, des 
Naturalisten, welcher einer der Lehrer von Rubens war. 
Lambert hatte wohl in manchen Stücken, soweit sich die 
Kunst erlernen lässt, eine angemessene Fertigkeit und regel- 
rechte Sicherheit erlangt, aber sein Talent war nicht gross, 
und so blieb er im Ausdruck immer schwach, und seine Farben 
blieben stumpf. Die 16 von ihm herrührenden Stücke im 
Museum zu Antwerpen (N0. 441-456) thun dies sattsam dar. 
und dasselbe bezeugt auch die „Anbetung der Hirten" von 
1568 in Brüssel (N0. 257), nur dass bei diesem Bilde die Farben 
nicht stumpf, sondern recht grell und bunt sind, worin man 
wohl einen Versuch erkennen muss, einmal auf diese Weise 
zu einem Erfolge zu kommen. In Folge dieser Eigenschaften 
haben seine Bilder zwischen denen der übrigen vlämischen 
Akademiker einen AnHug von F remtprtigkeit, der vielleicht 
mit seiner nordniederländischen Herkunft  er stammte aus 
Amersfoort im Bisthum Utrecht  in Verbindung zu brin- 
gen ist. 
Hier darf auch die Familie der Claeyssetls von Brügge 
(N0. 228-231) nicht unerwähnt bleiben: der Vater Pieter 
der ältere (t 1576) und dessen drei Söhne Gilles  1605 
oder 1607), Anthonie (1- 1613) und Pieter der jüngere 
H" 1612). Unter den Werken derselben treten namentlich die 
in Brügge an verschiedenen Orten noch vorhandenen Gemälde 
Cles Anthonie und Pieter des jüngeren hervor. Die Bilder der 
beiden letzteren in der Akademie  das sogenannte „Festmahl 
des Ahasverus" (N0. 25) und die „Allegorie auf den Genter
        

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