Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205491
n Gemälde in Braunschweig. 
Frans de Vr 
iendt gen. 
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bunte Farbenstellung haben, zeigt dieses Bild vollerß. liefere, 
wärmere, saftigere, und vergleichsweise ruhigere, sttmmendere 
Töne; doch ist der Gesammthaltung trotzdem noch etwas Buntes 
und dem Fleische noch bisweilen ein kalter, kreidiger Ton 
eigen. Denkbar wäre deshalb nur, dass dieser Maler, bei 
fortgesetzten koloristischen Studien und durch einen Gegenstand 
aus dem wirklichen Leben begünstigt, dahin gelangt sein könne. 
ein Bild in der Art des Braunschweiger Stückes gemacht zu 
haben. 
Der einflussreichste unter allen vlärnischeit Akademikern 
war ohne Zweifel Frans de Vriendt der ältere, genannt 
[Frans Floris, denn er hat eine sehr grosse Zahl von Schülern 
gebildet, unter denen Männer von erheblicher Begabung und 
wohl begründetem Rufe sich befinden. Er war um 1520 gebo- 
ren und starb i57o. Man kann drei Gruppen unter seinen 
WYerken unterscheiden: die religiösen Gemälde, die mytholo- 
gischen Darstellungen und die Bildnisse nach dem Leben. 
Die letzteren, von denen man ein ausgezeichnetes Beispiel, einen 
„Falkenjäger," von 1558 im Museum zu Braunschweig (N0. 101) 
sehen kann, sind die wahrsten unter allen seinen Werken; sie 
werden den Meister noch in den fernsten Zeiten als einen 
ganz hervorragenden Künstler erkennen lassen. Den andern 
beiden Gruppen dagegen wird nur eine bedingtere Beurtheilung, 
welche die geschichtlichen Verhältnisse in genaue Berück- 
sichtigung zieht, gerecht werden können. Werden letztere 
ausser Acht gelassen und wird Frans Floris, wie es geschehen, 
bedingungslos mit Rafael verglichen, so lassen sich Urtheile 
wie die Wlaagelfs begreifen, die der Kunstweise des Meisters 
wiederholt „Geschmacklosigkeit" und eine "ganze Widrigkeit" 
nachrühmen, die aber offenbar zu weit gehen und die ge- 
schichtlichen Bedingungen übersehenf) Niemand wird zwar 
ein Durcheinander von Menschen oder Engeln und teuflischen 
Ungeheuern, wie man es auf dem nlilngelsturze" vom Jahre 
1554. in Antwerpen (N0. 112) sieht, geschmackvoll oder schön 
finden; aber man sollte doch auch das grosse Talent, das viele 
Können und den ernsten Fleiss, die einem in diesem Werke 
Handbuch 
CEC. 
298-
        

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