Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208698
Tod von R1 
lbcns. 
343. 
stürmt, wahrend die Welt darüber zu Grunde geht. „Jene 
schmerzerfüllte Frau aber  sagt Rubens  im schwarzen 
Gewande, mit zerrissenem Schleier, aller Freude und alles 
Schmuckes beraubt, ist das tmglticlaliche Europa, welches schon 
so viele Jahre lang Raub, Schmach und Elend erleidet." 1) 
Dieses grossartig gemalte, den Beschauer gewaltig ergreifende 
und packende Bild befindet sich im Palazzo Pitti zu Florenz 
(N0. 86). So beurtheilte Rubens die Ereignisse seiner Zeit, 
immer menschlich, würdig und edel. 
Am 30 Mai 1640 hauchte Rubens seine grosse Seele aus. 
Lange schon hatte ihn die Gicht heimgesucht und hatte ihn 
mehr als seine Jahre es sonst gethan hätten, gealtert. Fünf 
Wochen vor seinem Tode klagte er über diese Feinde, über 
„Alter und Gicht"; aber trotzdem erhielt er sich eine heitere 
Stimmung bis an sein Ende. In der Jakobskirche zu Antwerpen 
ist er bestattet und über seiner Gruft hängt eines seiner schön- 
sten Werke, ein christlich-allegorisches Familienbild. Er zog 
wie Achilles ein kurzes Leben in Ehren jedem andern vor 
und sagte in diesem Sinne mit Bezug auf seinen eigenen Sohn, 
in dem schon erwähnten Briefe an Gevaerts: „Gott gebe ihm 
Leben um wohl zu leben, denn nicht wie lange, sondern wie 
gut gespielt trird, berichtet die Nachredef") Nun er hat 
wahrlich gut gespielt! Alles, was wir von Rubens sehen und 
lesen, bestätigt uns das glänzende Urtheil, welches der 
ausgezeichnete und geistreiche Franzose Fabri de Peiresc in 
einem Briefe an Gevaerts über ihn niedergelegt hat: „lch kann 
weder seine Ehrenhaftigkeit genug rühmen, noch würdig ge- 
nug die Vorzüglichkeit seiner Tugend und seiner grossen 
Eigenschaften feiern, sowohl was die tiefe Gelehrsamkeit und 
wunderbare Kenntniss des klassischen Altherthums, als auch 
was die Geschicklichkeit und das seltene Benehmen betrifft, 
welche er in den Angelegenheiten der Welt bekundet; endlich 
auch die Unübertrefflichkeit seiner Hand und die grosse An- 
muth seines Umgangesf") ln dieser rühmlichen und schönen 
An Sustermanns. 
Gachet. S. 239.  
Ebenda S. 5. 
-Tic0zzi, 
Bottari- 
Racc. 
III. 
527,
        

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