Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208680
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Peter Paul Rubens; 
Der Meister und seil 
1c Kunst. 
aller Zeiten stehen. Es ist der mächtige, Alles belebende 
Genius, der in ihnen waltet und der denselben Ursprung hat, 
wie der Genius aller grossen Meister! 
Rubens lebte, wie bemerkt, mit Fürsten und Königen und 
verkehrte viel an den Höfen der Grossen, aber er war kein 
Hofmann. Mit Bezug auf Paris sagte er im Jahre 1625: „ich 
bin dieses Hofes tiberdrüssigm) und 1636 im Allgemeinen: „ich 
hege einen Abscheu gegen die Höfe. 2) Rubens war Diplomat 
im Dienste seiner Fürsten, der lnfantin Isabella und des Kö- 
nigs von Spaniens), aber er blieb Künstler, der die Ereignisse 
immer von der menschlichen Seite ansah und der in seinen 
gesandtschaftlichen Geschäften immer nur ein Ziel kannte und 
verfolgte, die Herstellung des Friedens. Im Jahre 1626 schrieb 
er: "Es wäre wahrlich besser, wenn jene Jünglinge, die heut- 
zutage die Welt beherrschen, ein freundliches und gutes Ein- 
vernehmen unter sich erhielten, als dass sie die ganze Christen- 
heit ihrer Grillen wegen in Aufruhr bringen; aber man muss 
glauben, dass es so vom Himmel bestimmt sei und sich bei 
dem göttlichen Willen beruhigenf") 'l"illy's grausames Ver- 
fahren tadelt er heftig und Wallenstein schilt er einen Bar- 
baren. So menschlich theilnehmettd begleitete er Jahr um 
Jahr die Schicksale Europas, und im innigen Mitgefühle für 
dieselben stiftete er noch kurz vor seinem Tode dieser seiner 
Gesinnung ein künstlerisches Denkmal, eines seiner herrlichsten 
Gemälde." Er hat es selbst ausführlich beschrieben und erklärt. 
Es ist der unersättliche Krieg in Gestalt des Mars, der, von 
den Furien aufgereizt, zu immer neuen blutigen Thaten 
1) An Valaves. Gachet. S. 13. 
2) An Peiresc Gachet. S. 266. 
a) Ueber Rubens in diplomatischer Beziehung schrieben: 
K. L. Klose, Ueber Rubens als Staatsmann etc., in Raumefs histor. 
Taschenbuch von 1856;  J. Pelletier, Rubens cliplomate, Rede in 
der Akademie zu Paris am 16 August 1865 gehalten, doch ist es 
mir nicht gelungen, dieses Schriftchen zu erlangen;  Cruzacla 
Villaamil, Rubens diplomätico espaöol etc. Madrid. 1874.  
M. Gachard, Histoire politique et diplomatiqtie de P. P. Rubens 
etc. Brüssel. 1877. 
4) An Valaves. Gachet S. 37 
        

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