Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1208637
Inhalt der Werke. 
Künstler und der Gegenstand. 
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„Kreuzigung Petri" in der Peterskirche zu Köln darthun. In 
Bezug auf das letztere Bild sagte Rubens mit Recht, es sei 
„eines der besten Stücke, die bisher aus seiner Hand hervor- 
gegangen". 1) 
Der Inhalt dieser grossen Menge von Gemälden erstreckt 
sich auf alle Gebiete des Darstellbaren: Gegenstände aus 
der Bibel und der Heiligenlegende, aus der Mythologie und 
Geschichte, aus dem Leben, thatsächlich oder allegorisch, im 
historischen Sinne oder gattungshaft behandelt, Bildnisse be- 
stimmter Personen, einzeln oder in Gruppen, Jagden und 
Thiere, Landschaften und Stilleben. Alles Darstellbare ergriff 
er und stellte es dar. Und dabei konnte er sich immer, so zu 
sagen, in den jedesmaligexl Gegenstand verwandeln und ihn, 
dem Wesen desselben gemäss, zur Anschauung bringen. S0 
könnte man ihn z. B. seinen mythologisch-allegorischen Bil- 
dern gegenüber für einen ausschliesslichen Freund des Alter- 
thums, seinen Kirchenbildern aus der neumodischen Legende 
gegenüber für einen Afnliirten der Jesuiten halten. 
Eine solche Hingabe oder Anbequemung an die Natur 
und den Charakter des Gegenstandes lässt sich auch in 
seinen Briefen erkennen, und es macht einen sehr anziehenden 
Eindruck, wenn er in Briefen an seinen Freund Kaspar Gevaerts, 
den klassischen Gelehrten, so oft von den „Göttern" ja auch 
von der „Göttin der glücklichen Heimkehr" spricht. Man darf 
das Verhältniss von Rubens zu den von ihm dargestellten 
Gegenständen nur wie das des Dichters zu seinem Stoffe zu 
begreifen suchen, und man darf überzeugt sein, dass jede 
andere Art, welche den Künstler als innerlich dem Gegenstande 
nahe stehend voraussetzt, zu Irrungen verleitet. Ich halte dies 
für einen besonders wichtigen Punkt, weil man bei Betrach- 
tung der bezüglichen Bilder allzu leicht verführt wird, ihn 
nicht zu beachten, und weil seine Nichtbeachtung zu einer 
falschen Beurtheilung von Rubens als Menschen veranlassen 
muss. Zweierlei Beziehungen machen sich in dieser Hinsicht 
besonders geltend. 
Zunächst fällt eine Reihe von Kirchenbildern wegen 
Geldorp. 
1) An 
Riegel I. 
Gachet. 
z79' 
22
        

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