Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205473
Michiel 
Coxcie. 
zssys. 
Jan M: 
Geschichte entnommen ist. Die Architektur baut sich _in ge: 
diegener und verständiger Weise, ohne schwer zu sein, aut, 
und sie ist mit Ornament, sowie auch vereinzelt mit Blumen- 
und Obstgewinden, geziert. Die Komposition ist einfach 
natürlich, sich an die Ueberlieferung haltend, die Zeichnung 
gediegen und in gutem Styl durchgeführt. Ganz wunderbar 
aber erscheint die Leuchtkraft und der durchscheinende Glanz 
der Farben, die jenen eigenthümlichen metallartigen Ton und 
Zauber haben, der nur den besten alten Werken eigen ist. 
Das Gold und die tiefen Töne sind warm. und voll, beinahe 
glühend, während das viele Blau, welches hinter der offenen 
Architektur die Luft als Hintergrund darstellt, eine gewisse, 
überaus gut wirkende Kühle besitzt. Wie Visionen, mit denen 
die Phantasie die offenen Fenster und deren Rahmwerk füllt, 
erscheinen diese Malereien! Sie bezeichnen in der That die 
höchste Blüthe der Kunst, im Sinne der Renaissance, in den 
Niederlanden. Und sie bezeugen dass Coxcie nicht vergeblich 
in Rom die grossen Meister studirt, nicht vergeblich sich im 
grossen Styl durch Anfertigung von F reskomalereien Claseflbst 
geübt hatte. 
Ein Altersgenosse des Michiel Coxcie ist Jan Massys, 
der Sohn des Quentin Massys; er starb um 1570. In einigen 
seiner Bilder, wie z. B. der grossen „Heilung des Tobias" vom 
Jahre 1564. im Museum zu Antwerpen (No. 252), folgt er der 
Art des Coxcie, in anderen, wie etwa der "Madonna" in der 
Jacobs-Kirche daselbst, der des Mabuse, doch erreicht er diese 
Meister nicht. In den beiden Bildern, die das Belvedere zu 
Wien (ll. Stock, ll. Saal) besitzt, einem „Loth mit seinen Töch- 
tern" von 1563, (N0. 82) und noch mehr in einer „lustigen 
Gesellschaft" von 1564 (No. 30), sieht man ihn sich ziemlich 
eng an die Art seines Vaters Quentin lehnen, doch verräth 
dabei das erstere Bild nicht unglückliche koloristische Neigungen. 
Selbständiger und bedeutender zeigt er sich in zwei, vor 
einigen Jahren erst erworbenen Bildern im Museum zu Brüssel, 
einer "Susanna" und einem „Loth. mit seinen Töchtern" 
(No. 426 u'. 427), von denen das eine mit der Jahreszahl 1565 
bezeichnet ist. Jan Massys hat mit Erfolg die Venezianer 
studirt, wie man aus der koloristischen und tiefgestimmten
        

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