Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207900
2,64 
Peter Paul 
Rubens: 
Der Lebensabr 
Land ein angenehmes Ansehen hat und von Wiesen und Bergen 
unterbrochen ist.  
Es ist nicht genug eine einfache Kunstübung zu haben, um 
zu studiren so wie er es in Italien gemacht hatte, man muss 
auch unterrichtet und einer tieferen Ueberlegung fähig sein, 
sowie er eine Menge Zeichnungen, die er mit der Feder ge- 
macht hatte, mit Bemerkungen und Anführungen aus Schritt- 
stellern begleitet hat. lch habe ein Buch dieser Art von seiner 
Hand gesehen, wo die Darstellungen und die Erläuterungen 
neben einander standen, Es finden sich darin Beobachtungen 
über die Optik, über die Lichter und die Schatten, über die 
Proportionen, die Anatomie und die Baukunst, nebst einer 
sehr merkwürdigen Untersuchung über die hauptsächlichen 
Seelenbewegungen; ferner Gegenstände, welche Beschreibungen 
bei Dichtern entnommen waren, nebst Darstellungen in Feder 
nach den besten Meistern vornehmlich nach Rafael, um die 
Malerei der Einen durch die Dichtung der Andern zur Geltung 
gelangen zu lassen, (sei es, dass diese gewandten Maler nach 
Grundsätzen gearbeitet haben oder lediglich nach der Vortreff- 
lichkeit ihrer Begabung). Es fanden sich da Schlachten, Un- 
glücksfälle, Spiele, Liebesgeschichten, Leibesstrafen, verschiedene 
Todesarten und andere ähnliche Leiden und Ereignisse, wobei 
man auch einige sah, die er nach der Antike gezeichnet hatteßf 
Er hatte eine so grosse Gewandtheit in allen Theilen 
seiner Kunst, dass er ebenso schnell malte als zeichnete; woher 
es kommt, dass man beinahe ebenso viele kleine Gemälde 
seiner Hand sieht, als er grosse gemacht hat, wozu jene die 
ersten Gedanken und Entwürfe sind: und von diesen Entwürfen 
giebt es sehr leicht und andere sehr sauber ausgeführte, je 
nachdem er Das, was er zu machen hatte, mehr oder weniger 
inne hatte, oder nachdem er Lust zu arbeiten hatte. Es sind 
sogar solche darunter, die ihm gleichsam als Originale dienten. 
1) Ein solches Buch wird in Vertue und Walpolds .,AncCd0I(:s 
of painting in England" 4. Aufl. London 1786. Bd. II. S. 147. be- 
schrieben, auch bei A. van Hasselt S. 221,2 und Ph. Chenneviäresr 
Pointel, Recherches sur 1a vie de quelques peiutres provinciaux etc. 
III. Paris 1854 in der Anmerkung auf S. 22519 besprochen.
        

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