Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207829
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Peter Paul Rubens: 
Der Lebensabriss, 
grossen Mannes leuchten, dass er glaube, nur eine der Weniger 
bedeutenden sei die der Malerei. 
Ungefähr um diese Zeit geschah es, dass die Königin 
Maria de" Medici ihren Luxemburg-Palast bauen liess; 
um denselben in jedem Betrachte vollkommen zu machen, 
wollte sie die beiden Gallerien mit Werken von Rubens 
schmücken und ihn in der einen ihr Leben, in der andern die 
Thaten Heinrichs IV malen lassen; aber sie erreichte nur die 
Hälfte ihrer Absicht, da ihre Verbannung in der Zeit eintrat, wo 
Rubens daran arbeitete, die grossen Thaten des Königs, ihres 
Gemahles, zu verewigen; denn er hatte mit der Geschichte des 
Lebens dieser grossen Königin begonnen, und er hat dies 
Werk in seiner Vollendung als ein ewiges Denkmal seiner 
Kunst hinterlassen. 
Während des Aufenthaltes, den Rubens in Paris nahm, 
um seine Gemälde aufzustellen und denselben die letzte Hand 
zu geben (was im Jahre 1625 geschah), fand er zufällig in 
dieser Stadt den Herzog von Buckingham, der in grossem 
Ansehen bei dem Könige von England und den Prinzen des 
französischen Hofes stand. Dieser Herzog war von dem Ver- 
dienste des Rubens unterrichtet, und da er mit demselben 
über Angelegenheiten von Wichtigkeit zu reden hatte, bat er 
ihn, sein Bildniss zu machen. Der Maler entledigte sich dessen 
aufs vollkommenste und erleichterte dem Herzoge das Sitzen 
auf alle Weise. Nachdem sie eine Zeit lang miteinander ver- 
kehrt und eine enge Freundschaft geschlossen hatten, vertraute 
der Herzog ihm den Kummer, welcher ihm die Misshelligkeiten 
und die Kriege zwischen den Kronen von Spanien und Eng- 
land bereiteten, und die Absicht, Welche er hatte, sie zu 
dämpfen. 
Als Rubens wieder nach Brüssel zurückgekehrt und der 
lnfantin hiervon Mittheilung gemacht hatte, befahl ihm diese, 
die Freundschaft mit dem Herzoge so sorgsam als er könnte 
zu unterhalten: dies glückte ihm vollkommen, selbst in dem 
Maasse, dass der Herzog von Buckingham, in der Meinung, 
Rubens würde in den Staatsdienst treten und die grossen An- 
gelegenheiten würden seine Liebe zur Malerei in etwas ab-
        

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