Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207819
Niederlassung in Antwerpen. 
Der Hof in Brüssel 
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zu bleiben, da sie an seinem Umgang Vergnügen fanden; und 
obwohl er viel Mühe hatte, ihnen zu widerstehen, erlangte er 
dennoch ihre Einwilligung, sich in Antwerpen niederzulassen 
und daselbst seinen dauernden Wohnsitz aufzuschlagen; denn 
er fürchtete, dass die Angelegenheiten des Hofes die unmerk- 
lich von einer Sache zu einer andern nöthigen, ihn verhindern 
möchten, der Malerei obzuliegeit und in dieser Kunst alle die 
Meisterschaft, deren er sich fähig fühlte, zu erwerben. 
Er kaufte nun ein grosses Haus in Antwerpen, baute 
es von neuem in römischer Weise auf und stattete es im Innern 13. 
S0 schön aus, wie es sich für einen grossen Maler und einen 
grossen Liebhaber schöner Sachen ziemt. An dieses Haus 
stiess ein geräumiger Garten, wo er zu seinem Vergnügen 
Bäume von allen Arten, die er erlangen konnte, pflanzen liess. 
Zwischen dem Hofe und dem Garten liess er einen runden 
Saal, wie das Pantheon zu Rom, bauen, so dass das Licht nur 
von oben durch eine einzige Oeffnttxig in der Mitte der Kuppel 
einfällt. Dieser Saal war angefüllt mit Büsten, antiken Bild- 
Säulen, kostbaren Gemälden, die er aus Italien herbeigebracht 
hatte, und anderen sehr seltenen und merkwürdigen Dingen. 
Alles war hier nach Ordnung und Ebenmaass aufgestellt; und 
da nicht Alles, was verdient hätte dort aufgenommen zu wer- 
den, Platz finden konnte, so bediente er sich dessen, um andere 14. 
Zimmer in den Wohnungen seines Hauses damit zu schmücken. 
Er hatte eine so grosse Liebe für alles, was dem Alterthum 
angehörte, dass er in ganz ltalien eine ausserordentliche Menge 
von Statuen, Schaumünzen und kostbaren geschnittenen Steinen 
kaufen liess. ln Betrachtung dieser schönen Gegenstände ver- 
brachte er die Zeit seiner Musse. 
Der Erherzog Albrecht hatte für Rubens eine ganz beson- 
dere Neigung und wollte dessen ältesten Sohn, dem er seinen 
Namen gab, über die Taufe halten. 
Nach dem Tode dieses Fürsten fand er nicht minder Zu- 
gang in der Achtung und Gnade der Infantin, dessen Wittwe, 
und aller Grossen des Hofes, vornehmlich des Marchese 
Spinola, der sich ein Vergnügen daraus machte, sich oft mit 15. 
Rubens zu unterhalten und der sich angewöhnt hatte, zu 
Sagen, er sehe so viele schöne Gaben in der Seele dieses
        

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