Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207627
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Peter Paul 
Rubens: 
Der Lebensabr 
gelegt. Er sagt in der „Vie de Rubens" vorweg: „Ich 
berichte hier über die Dinge, die Rubens betreffen, die Wahr- 
heit. Mit Sorgfalt bin ich bedacht gewesen, mich aufs genaueste 
über dieselben zu unterrichten, und ich werde sie erzählen. 
mit wenig Worten, und mit voller Treue." Die Art und 
Weise wie de Piles verfahren, um sich in den Besitz Wahrer 
und sicherer Nachrichten zu setzen, wird im Vorbericht des 
„Recueil" bezeichnet: „De Piles hatte besondere Nachfor- 
schungen bei den Verwandten und Freunden von Rubens in 
Flandern gemacht, welche ihm auch verschiedene Denkschriften 
geschickt hatten, er hat von diesen Denkschriften in diesem 
Abrisse vom Leben des grossen Mannes Gebrauch gemacht 
und er ist denselben mit aller nur möglichen Genauigkeit 
gefolgt." Die Quelle von de Piles ist also die Familie und 
der Freundeskreis von Rubens selbst, wie das auch ausdrücklich 
noch von de Piles selbst angedeutet wird, an der Stelle wo er 
von Rubens Briefwechsel spricht und wo er sagt, dass man 
die betreffenden Briefe „unter Rubens Papieren gefunden habe" 
und dass dieselben "sich noch heute (1676) in den Händen der 
Erben befinden." 
Wir sind so glücklich, von der andern Seite, von der 
Seite der Rubens'schen Familie selbst, eine Bestätigung 
dieser Angaben zu besitzen. Auf der burgundischen Bibliothek 
zu Brüssel wird nämlich eine Sammelhandschrift aufbewahrt, 
die ,aus 19 Foliobänden besteht und den Titel führt: „Recueil 
de pieces authentiques tant sur P. P. Rubens et ses 
ouvrages, que sur d'autres artistes de llecole Flamandef" hin- 
zugefügt ist die Jahreszahl 1771 und der Vermerk necrit de 
la main de M. Frangois Molsf") In dieser Mols'schen 
Sammelhandschrift, deren theilweise Einsicht mir durch das 
freundliche Entgegenkommen des Herrn Bibliothekar Ruelens 
ermöglicht wurde, befindet sich die Abschrift eines Briefes von 
1) Von dieser Handschrift berichtet auch Herr Ruelens selbst 
auf dem kunstwissenschaftlichen Kongresse zu Antwerpen 1877 
(Cornpte-rendu du congres art. etc. S. 3665. u. 430  Einiges 
nähere iindet man in der "Chronique des arts" x877. S. 345f6.
        

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