Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207604
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Peter 
Paul 
Rubens: 
Die Grabschrift. 
verständniss mit Philipp Rubens am 28 September 1650 den 
oben erwähnten, für den Altartisch bestimmten Stein an Cor- 
nelis van Mildert, den Werkmeister, welcher die Marmor- 
architektur des Altars bereits geliefert hatte, übergeben liessJ) 
Diese Leute, Frau Helene Rubens im Verein mit 
ihren Stiefsöhnen Albrecht und Nikolaus, wie mit den 
beiden Vormündern ihrer eigenen Kinder, deren einer Philipp 
der Neffe des Meisters selbst war, und zum Theil auch unter 
Beihilfe ihres zweiten Gatten: sie waren es, welche die Kapelle 
dem Gedächtniss des grossen Todten erbaut, welche darin den 
kostbaren Altar und das reiche Prachtgitter errichtet hatten. 
Hat es, ich werfe die Frage noch einmal auf, auch nur den 
leisesten Schimmer einer Wahrscheinlichkeit, dass diese Frau 
und diese Männer verabsäumt haben sollten, den Grabstein in 
die Kapelle stellen oder hängen zu lassen? Und wo käme 
dann das erhaltene Stück der Grabschrift her? Wo hätten 
de Piles und Basan ihre Nachrichten her?  
Das Endurtheil in der ganzen Sache ergiebt sich von 
selbst. 
Die Parys'sche Behauptung „a posteris huc usque 
neglectum" ist thatsächlich unwahr. 
Die Familie hatte ein Gedenkstück mit der von Gevaerts 
verfassten Grabschrift, deren Text durch de Piles und Basan 
überliefert ist, aufstellen oder aufhängen lassen. 
Der Widmungszusatz dieser Grabschrift ist noch er- 
halten und von Parys bei den umfassenden Umgestaltungen 
in der Rubenskapelle über dem neuen Altar angebracht worden. 
Wo der übrige Theil der Grabschrift, wo der alte 
Altar geblieben sind, wissen wir nicht. 
1) Th. van Lerius; Notice des oeuvres d'art de läglise St. Jacques 
etc. S. 117.
        

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